Die Vermessung der Welt

Tatarataaaa!!! Dies, liebe Leserinnen und Leser, ist die 250. Ausgabe des Forums. Ihres Forums. Sie haben viele, viele Fragen gestellt, Anregungen gegeben, Recherchen angestoßen, manche Kritik geäußert und ein bisschen Lob. Dafür herzlichen Dank und: weiter so!

Brauchen wir das Forum? Wozu det Janze? Dergleichen höre ich ab und an. Ist doch egal, heißt es dann, ob ihr Zeitungsfritzen euch am Telefon, per Brief, elektronischer Post, Fax oder im persönlichen Gespräch mit der Leserschaft auseinandersetzt. Haltet das privat! Derlei muss doch nicht in der Öffentlichkeit ausgebreitet werden! Muss nicht. Schadet aber auch nicht.

Die Themen, die wir verhandeln, die Gedanken, die wir austauschen, die Beschwerden, die wir abarbeiten, die Einblicke ins journalistische Handwerk, die wir uns gönnen, die Welt, die wir vermessen – all das ist anscheinend von einigem Interesse. Jedenfalls, wenn ich die überwiegende Zahl der Rückmeldungen richtig deute.

Der Chef der ARD-Tagesschau, Kai Gniffke (ein gebürtiger Eifeler), beschäftigt sich seit Jahren in seiner Internet-Kolumne mit Nachrichten und Medien. Kürzlich sagte er mir, dass er zunehmend weniger Lust verspüre, sich in der Blogosphäre von anonymen Kritikastern beschimpfen zu lassen; die Kommentare der ablästernden Online-Leser seien immer häufiger von unterirdischem Niveau.

Ja, kommt vor, verdirbt mir aber nicht die Laune. Schmähreden gehören zum Geschäft, genauso wie Lobeshymnen. Was da so alles eintrudelt! Ich bewahre die schönsten Beispiele auf, das Sammelsurium füllt Waschkörbe. Zum Jubiläum des Forums veröffentliche ich einige Auszüge aus der – hüstel, hüstel – Fanpost. Berührende. Beleidigende. Freche. Kuriose. Verrückte. Angenehme. Unangenehme.

  • Sehr geehrter Herr Reinhart, für Ihre ebenso umfassend wie klug formulierte Antwort auf meine Klageschrift „Antichristen ante Portas“ möchte ich mich bedanken. Ihre Antwort ist nach meinen Erkenntnissen die einzige von 85 angeschriebenen Publikationen in Deutschland. (Günter Otto Werk, Vettelschoß)
  • Lieber Herr Reinhart, Ihnen sollte (ja muss) mal mit deutlichen Worten nahegebracht werden, wer und was Sie wirklich sind … Heuchler, Pharisäer, Nattergezücht … hochtrabender Schwätzer und Lügner … Feigling und Hosenscheißer … (Anonym. Wir können leider nicht mitteilen, wer wir sind. Was wir eigentlich gerne tun würden. Aber wir möchten vermeiden, in die Öffentlichkeit gezogen zu werden. Sie selbst stehen ja ständig darin. Und das macht den Unterschied.)
  • Bitte erlauben Sie mir bei dieser Gelegenheit, besonderes Lob auszusprechen: Für mich persönlich ist ein ganz großes Highlight meiner Lektüre des Volksfreunds die Kolumne, in der Sie Leserfragen beantworten. Nicht nur, dass die Erklärungen informativ sind, sie sind oft mit sehr viel Witz verfasst, so dass die Lektüre doppelt Freude macht. (Ranjith Ekanayake Mudiyanselage, Hermeskeil)
  • Grüß Gott, verehrter Herr Reinhart! Es gibt fast täglich ein Thema, bei dem ich meinen Senf dazugeben möchte. Bitte schenken Sie mir ein Pseudonym … Ich bin inzwischen etwas besoffen, zwei Liter Viez, ist meine Schrift noch lesbar? … Ich vertraue auf Diskretion … (Name und Anschrift bekannt)
  • Respekt, dass Sie meine Glosse als Leserbrief gebracht haben! Das Echo aus meinem privaten wie beruflichen Bekanntenkreis war bemerkenswert zahlreich zustimmend. Danke, dass Sie die Diskussion annehmen! (Dr. Alois Deller, Trier)
  • Drucken Sie alles! In meinen Aufsätzen können Sie Ihre Wahrheit und meine verbreiten! Der deutsche Michel muss ein Ende haben! (Name und Anschrift bekannt)
  • Herr Reinhart, Sie sind ein totaler Verbrecher und satanischer Schmutzhund. (Anonym. Immer noch mein Favorit in der ewigen Bestenliste!)
  • Ach ja, besonders ergreifend die Zuschrift eines unbekannten Eifelers, der zehn Euro in bar beifügte – für die Kaffeekasse. Weil „die Mädchen vom Sekretariat“ immer so viel Mühe damit hätten, seine Briefe in den Papierkorb zu werfen. Er schreibe nur, um sich Luft zu machen, am liebsten täglich. Angekommen!

Herzliche Grüße!
Peter Reinhart

Ein Gedanke zu „Die Vermessung der Welt

  1. Zum 250. Forum ein kraftvoller Tusch! Fürwahr eine stattliche Wegstrecke mit Tücken, Gefälle, mit Imponderabilien, aber auch mit Durchhaltevermögen – und mit Einsteckqualität. Ist Letzteres eigentlich eine spezielle Kompetenz? Ich möchte gratulieren mit einem Schulterklopfen , hoffentlich kommt niemand auf die Idee, tiefer zu zielen. Was mir gefällt an den Ausführungen der TV-Chefetage ? Es sind die gründlichen Konter und das literarische Feingespür. Ich habe Spaß beim Lesen und meine zu spüren, dass P.R. auch mit Freude seinem journalistischen Auftrag nachkommt. Vivant sequentes anni felices.
    — de Jung ous d´är Äfel

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