Die Wüste der Erkenntnis

Helmut Dhein aus Wittlich meint zur Meldung „Bauarbeiter zu laut: Kölner wirft Eisenstange“ (TV vom 19./20. September): Die Welt wird immer schlechter. Jeden Tag meldet uns der TV: Einbruch, Diebstahl, Mord und Totschlag. Vor allem die Opfer werden immer unverschämter, nicht die Mörder, nein die Opfer!
Da hat doch ein Bauarbeiter nachts, man denke: nachts! einen solchen Lärm gemacht. Und lässt sich noch nicht einmal totschlagen! Jemand hat eine Eisenstange nach dem unverschämten Bauarbeiter geworfen, und was geschieht? „Die Eisenstange durchschlug die Motorabdeckung eines Baggers, in dem ein Arbeiter saß. Der Mann wurde wegen versuchten Totschlags verhaftet.“ Recht so! Lässt er sich totschlagen? Nein! Wahrscheinlich hat er sich gebückt oder ist sonstwie dem Schlag ausgewichen.
Ja so was! Wo kommen wir denn da hin, wenn sich die Leute nicht totschlagen lassen wollen? Man denke nur an die Rentnerschwemme!

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Die Sprache gehört dem Volk

Klauspeter Bungert aus Trier weist auf einige Rechtschreib-Probleme hin: Die neue Schreibung scheint bei den Korrektoren im TV immer noch zu Verwechslungen zu führen. Besonders aus der Groß- und Klein-, Zusammen- und Getrenntschreibung entstehen zuweilen Kombinationen, die unter sprachlogischen und grammatikalischen Gesichtspunkten fehlerhaft erscheinen.
So setzen Wortpaare wie „Haus gemacht“, „Gott gewollt“, die als Zusammenziehung Eingang ins Sprachbewusstsein gefunden haben, getrennt geschrieben den im Deutschen nicht vorgesehenen lateinischen Kasus des Ablativus absolutus voraus. (Richtig wäre: „von zu Hause gemacht“, „von Gott gewollt“.) Fälschlicherweise groß geschrieben finde ich häufig Adjektive nach der Präposition „am“. Etwa in der Ausgabe vom 5. / 6. September, Seite 23, linke Spalte, dritter Absatz, zweite Zeile: „am Schamlosesten“. Immer wieder anzuführen wäre „am Besten“. Die Großschreibung suggeriert eine Personifizierung: (gehen oder schauen) an einem Menschen entlang, der schamlos ist, (sich messen oder verzweifeln) an einem Menschen, der großartig ist. Bei der Komparation (Steigerung) von Adjektiven (Eigenschaftswörtern) bleibt die Kleinschreibung erhalten: schamlos – schamloser – am schamlosesten.

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Vom Ruck zum Rutsch

Rudolf Boeck aus Trier schreibt zum TV vom 31. August: Autsch! Was sich der TV in dieser Ausgabe für sprachliche Fehler erlaubt, schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht!
Auf der Titelseite liest man: „Linksrutsch im Saarland“, als Balkenüberschrift über dem Aufmacher – ein ganz neuer, geradezu brandneuer Ausdruck in der deutschen Sprache! Man kennt „Linksruck“ und „Bergrutsch  (-Sieg beziehungsweise -Niederlage)“ zur Darstellung von politischen Ergebnissen, besonders von Wahlen. „Linksrutsch“ aber ist eher eine sprachliche Fehlleistung, selbst wenn man den Sieg der Partei der „Linken“ als Rutsch bezeichnen möchte. Hier grüßt dann das politisch-ideologische Murmeltier. Sprachlich handelt es sich um eine kühne Metapher, wie die Sprachwissenschaftler das nennen.
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Der Tod der Namenlosen

Fritz-Ulrich Hein schreibt per E-Mail zur Berichterstattung über die Bundeswehr in Afghanistan: Wie schaut’s denn aus, hätten die Taliban mit den Tankzügen das Deutsche Camp in die Luft gesprengt?Passend zu dem Artikel habe ich heute in den „Salzburger Nachrichten“ unter folgendem Link ( http://www.salzburg.com/online/nachrichten/weltpolitik/US-Angriff-in-Pakistan-mit-mindestens-47-Tote.html?article=eGMmOI8Vdpac0b0mEqD9V7Hbxz1kCJDZS4WR3k8&img=&text=&mode=& ) lesen können, dass die USA gestern mittels Drohnen ein Taliban-Camp bombardiert haben. Warum haben Sie (der TV) heute darüber nicht berichtet?
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Die Zahnpasta der Ayatollahs

Ulrich Papschik aus Bitburg meint: Genauso wie ich beim Bäcker morgens frische Brötchen hole, erwarte ich bei meiner Lokalzeitung auch aktuelle, gut recherchierte Berichte und nichts Oberflächliches! Kürzlich ist ein Artikel über die Trierer Messe „Taff“ in den Eifel-Ausgaben des TV im Abstand von zwei Tagen zweimal veröffentlicht worden. Der Leser bekam alte Kamellen als Konserven serviert. Wenn das so weitergeht, muss ähnlich wie im Iran ein „Wächterrat“ eingeführt werden, der dann mit Strenge über Doppel- oder Falschrecherchen des TV wacht. Wenn es im Verbreitungsgebiet des TV anscheinend so wenig Interessantes zu berichten gibt, dann heißen bald die schlagenden Zeilen in der Nachbarpresse: Gestern schloss Opel, dann Karstadt und Hertie, dann schloss die „Taff“ und, weil die Redaktion nicht reagierte, schlussendlich der TV.
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