Zwölf Uhr mittags

Hans Meyer aus Gondorf in der Eifel schreibt: Hallo TV, ich bin auch noch da! Ich höre nicht mehr gut, ich sehe nicht mehr gut, ich humpele sehr – dennoch möchte ich noch nicht abgeschrieben werden. Ja, ich möchte auch mal in die Leserbrief-Spalten kommen!
Ich bin alt geworden (82) und nicht mehr von heut‘ und morgen. Aber ich freue mich täglich auf die Zeitung, die ich sehr genau studiere. Ob Politik, Wirtschaft, Sport oder das regionale Alltagsgeschehen, alles verfolge ich noch genau. Mache mir meine eigenen Vorstellungen, bilde mein eigenes Urteil. Dabei kommen oft differenzierte Resultate heraus.
So stört mich der Kitsch der sogenannten Prominenz, deren Wehwehchen, Hochzeits- und Scheidungsrummel, oder wer mit wem hat verkehrt – ist ja nur in die Welt gesetzt der Publicity wegen. Was schert den kleinen Mann dieser Markt! Ob es notwendig ist? Es müssen möglichst viele negative Schlagzeilen her, hebt ja die Auflage der Gazette!
Weiterlesen

Prall, fröhlich, unverkrampft

Diesmal zwei Zuschriften zum selben Thema: englische Wörter in der deutschen Sprache!
Helmut Bodes aus Kinderbeuern meint: Mein Vater ist 78 Jahre alt, hat Schmied gelernt und natürlich kein Englisch, war überhaupt wenig in der Schule in den Kriegsjahren. Menschen wie mein Vater haben den Staat erarbeitet, auf dem der spätere Wohlstand aufbaute. Diesen Staat verstehen sie jetzt nicht mehr. Er fragt mich oft, was ist denn das: das Internet? Der iPod? Millionen Menschen wie mein Vater haben ein Recht darauf, zu verstehen, was die Zeitungen schreiben. Bitte in Deutsch oder in Klammern übersetzt. Was iPod ist, weiß ich auch nicht! Schlimm, aber wahr.
Weiterlesen

Alles – außer Langeweile

Bernhard Gies aus Trier meint: Lieber TV, hier schicke ich Ihnen einige Gedanken nach der Lektüre Ihres Artikels „Gemüthsergetzung“ vom 11. Juli.
Während ich aufmerksam den TV lese, strebe ich innerlich sozusagen dem willkommenen Endziel entgegen: der Kultur-Seite, die man andernorts das Feuilleton nennt, und ich bin geradezu glücklich, wenn ich dort einen fundierten Beitrag finde wie zum Beispiel Ihre ausgezeichnete Kritik über das Konzert mit Bachs Goldberg-Variationen, dargeboten durch Josef Still auf dem Cembalo in der Welschnonnenkirche. Gratulation an Ihren Kritiker: Dieses Lehrstück der Kontrapunktik mit seinen vertrackten Fingersätzen fordert dem Cembalisten wie dem Zuhörer konzentriertes Durchhaltevermögen ab, und wenn es der Kritik gelingt, die enorme Leistung des Cembalisten sachgerecht darzustellen, ohne die wenigen Momente eines gelegentlich zu ahnenden Stolperns überhört zu haben, dies aber so zu formulieren, dass Sympathie und Achtung für den Künstler absolut die Oberhand behalten, dann nenne ich das eine Sternstunde guter Konzertkritik. Der TV ist seiner Aufgabe in hervorragender Art und Weise nachgekommen.
Weiterlesen

Hol‘ mir mal ’ne Flasche Bier

Thomas Brück schreibt per E-Mail: Vielleicht sollte man dem einen oder anderen Redakteur mal den Unterschied zwischen „holen“ und „nehmen“ erklären. Kürzlich hieß es in einem Artikel: „Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) hat gute Chancen, ins Schattenkabinett des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier GEHOLT zu werden.“ Das stimmt doch so nicht, oder!?
Weiterlesen

Trüffelschweine und Trübfischer

Werner Bühler aus Wittlich schreibt: In seinem Kommentar „Bewertet wird, was sich nicht wehrt“ (TV vom 24. Juni) kommt Bernd Wientjes zu dem Schluss: „Das Kernproblem der Seiten besteht darin, dass die Bewertungen anonym abgegeben werden dürfen und damit Manipulationen und Beleidigungen ungestraft möglich sind. Bewertungsseiten sind eine neue und gute Form der Information, aber die Betreiber müssen verpflichtet werden, dass sich kein Bewerter hinter Fantasie-Namen verstecken darf. Wer eine Meinung hat, soll dazu mit seinem Namen stehen.“ Dem ist nur der Wunsch hinzuzufügen, dass auch der Trierische Volksfreund endlich aufhören sollte, anonymen Schreibern die Möglichkeit zu geben – oft unsachliche, beleidigende und manchmal sogar mit nachweislich falschen „Tatsachen“ gespickte – Kommentare in der Online-Ausgabe des TV zu veröffentlichen. Was für Leserbriefe im TV selbstverständliche Regel ist, dass nämlich der Redaktion die gesamte Anschrift des Autors bekannt sein muss, müsste auch für die Online-Kommentare gelten. Auch da dürften Fantasie-Namen keine Chance haben.
Weiterlesen