Früher war mehr Lametta

Manuela Sages aus Trier schreibt zur Berichterstattung über den Trierer Bischof Stephan Ackermann: Ich wurde unfreiwillig Zeugin einer Unterhaltung auf einer Parkbank.
A: Hast du neulich auch den Artikel „Fleischkäse beim Bischof“ im TV gelesen?
B: Ja, hab‘ ich. Aber ehrlich gesagt, mir wäre das schon recht unangenehm, wenn ich am nächsten Tag in der Zeitung lesen müsste, was meine Gäste am Vortag bei mir gegessen haben oder was ich einpacke, wenn ich irgendwohin gehe.
A: Ja, mir auch. Ich weiß ja nicht, ob das dem Bischof egal ist oder wie er darüber denkt. Man müsste ihn mal fragen.
B: Ja, dabei gäb’s doch so viele andere Dinge, über die man berichten könnte, zum Beispiel darüber, dass er doch tatsächlich nach seiner Ernennung noch die Zeit gefunden hat, in einem kleinen Dörfchen eine Prozession zu begleiten und im anschließenden Gottesdienst eine gehaltvolle Predigt zu gestalten. Das kostet ja auch Vorbereitung.
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Der Wunk mit dem Zaunpfahl

Jürgen Lang aus Konz schreibt: Ich würde mich freuen, wenn Sie bei einer Redaktionssitzung einmal auf einen grammatikalischen Fehler hinweisen würden. In der letzten Zeit habe ich im TV wiederholt das Perfekt Partizip des Verbs „winken“ als „gewunken“ gelesen. Dies tut einem Germanisten und Deutschlehrer recht weh, muss es doch „gewinkt“ heißen. „Winken“ ist ein sogenanntes schwaches Verb und schwache Verben bilden das Perfekt Partizip, indem sie vor das Verb die Vorsilbe „ge“ setzen und an den Stamm des Verbs das Dentalsuffix „t“ anhängen. Dabei wird nicht wie bei den starken Verben meist der Stammvokal – je nach Ablautreihe – verändert.
Für viele Deutsche mag „gewunken“ in Analogbildung zum Beispiel zu stinken, trinken oder sinken schöner klingen als „gewinkt“, dann müsste das Präteritum (Imperfekt) aber „wank“ und nicht „winkte“ heißen.
Ich würde mich freuen, vielleicht in Zukunft im TV – der im regionalen Teil sehr gut und im überregionalen Teil durchaus annehmbar ist – die richtige Form finden zu können. Dabei lese ich gerne, was immer mal in der Eile der Herstellung einer Tageszeitung passiert, über manchen Schreibfehler oder ein vergessenes Wort hinweg. Ich sehe diese Bemerkungen von mir als hinweisenden Wink, nicht als Wunk oder Wank.

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Das Leben ist eine Liste

Heinz Kraemer aus Bernkastel-Kues schreibt: In den Medien erscheinen von Zeit zu Zeit Berichte über die Superreichen dieser Welt. So war kürzlich im TV zu lesen, dass der Stahl-Magnat Lakshmi Mittal mit 19,3 Milliarden Dollar zu den vermögendsten Menschen der Welt zählt (Platz acht der „Forbes-Liste“). Gleichzeitig heißt es, dass sein Konzern Arcelor-Mittal tief in den roten Zahlen steckt (26,3 Milliarden Dollar Schulden zum Jahreswechsel). Ein anderer Superreicher, der deutsche Pharma-Milliardär Adolf Merckle, hat Selbstmord begangen; es hieß, die wirtschaftliche Notlage seines Firmen-Imperiums habe ihn in den Tod getrieben.
Welchen Wahrheitsgehalt haben solche Listen? Muss nicht Soll und Haben gegeneinander aufgerechnet werden? Oder gilt hier: Von fremder Leute Leder ist gut Riemen schneiden!

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Doppelter Ärger

Gerlinde Steffgen schreibt: Guten Tag, ich bekomme immer mehr das Gefühl, die Eifelaner sind nur noch Leser 2. Klasse, da wir ständig mit zwei gleichen Artikeln in einer Ausgabe konfrontiert werden – zum Beispiel TV vom 27.4.09, Seite 10 und Seite 14 „Kein Ticket für die Talfahrt gelöst“, sowie „Mehr Platz für Fußgänger“ oder TV vom 6.5.09, Seite 20 und Seite 21 „Leserbrief zur Entlassung Klinsmann von Siegfried Skilwies, Pluwig“….. (diese Liste kann ich pro Woche mindestens um zwei Ausgaben verlängern). Glaubt der TV wirklich, die Eifelaner müssen alles zweimal lesen, bis sie es begriffen haben, oder geht es nur darum, mit Gewalt die Seiten zu füllen?? Der frühere TV, halb so umfangreich, dafür nicht jede Kleinigkeit aufbauschend, gefiel mir wesentlich besser. Vermisst habe ich in der Eifelausgabe vorletzte Woche auch Hinweise auf die bevorstehende Veranstaltung „Happy Mosel“ am 3. Mai. War das nicht wichtig genug für die Eifelausgabe oder sollte ich es vor lauter „Doppelartikeln“ überlesen haben?

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Adel verpflichtet

Otto Müller aus Morbach schreibt: Wie überall in den Medien wimmelt es im TV nur so von Experten. Jeder, der irgendein dummes Zeug verzapft hat, ist sofort ein selbsternannter Experte. Und der Volksfreund druckt diesen Mist auch noch ab. Bestes Beispiel ist die Stilkunde von Salka Schwarz im Wochenend-Journal. Für wie dumm, doof oder ungebildet hält diese Tante eigentlich die Leser des TV? Es fehlt nur noch ein Bericht über den „stilvollen Gang zum WC“. Es ist zum Kotzen, eine solche Verdummung in der Zeitung zu lesen. Sind diese Berichte etwa kostenlose Werbung für das Buch der Dame, oder bekommt man für diesen Mist auch noch Honorar?
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Herr D.

Norbert Damm aus Trier kritisiert die Berichterstattung über die Caritas-Trägergesellschaft (ctt): Im TV vom 20. April heißt es: „Der Gesundheitskonzern war wegen der kriminellen Machenschaften seines Ex-Chefs vor zehn Jahren in arge Finanznöte geraten.“ Zu deren Aufklärung hatte der Redakteur Michael Fröhlingsdorf wesentlich beigetragen. Er bekam später den „Wächter-Preis“ und arbeitet heute meines Wissens beim „Spiegel“. Chefreporter Rolf Seydewitz traut sich heute nicht mal mehr, den Namen dessen zu nennen, der diese kriminellen Machenschaften veranstaltet hat. Was ist eigentlich los mit dem TV?
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