Lechts und rinks

Ullrich Papschik aus Bitburg schreibt: Das Lesen des Eifel-Lokalteils war kürzlich mal wieder ein Graus. Da prangte auf den Seiten zehn und zwölf dieselbe Überschrift und wie selbstverständlich auch der dazugehörige Artikel im selben Wortlaut. Alles im Doppelpack – das ist im Supermarkt ja auch günstiger. Für die Leser einer Zeitung ist nichts spannender und unterhaltsamer als zu blättern, zu lesen und festzustellen: Schon wieder haben Redakteure gepennt. Ich möchte anregen, dass es künftig Preise zu gewinnen gibt, wenn Leser doppelte Berichte und allgemeine Fehler finden!

Lieber Herr Papschik,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Fehler sind ärgerlich, Fehler sind aber auch menschlich. Mal ist ein Name falsch geschrieben, mal lechts und rinks velwechsert. Mal flutscht, trotz hochgerüsteter Computerprogramme, ein Artikel zweimal ins Blatt, mal ist ein Satz verquer gebaut, und keine Kontroll-Instanz bemerkt es. Niemand ist vollkommen. Nirgends. Dennoch setzen wir uns – natürlich! – das Ziel, täglich eine möglichst gute Zeitung zu machen, angelehnt an den Fußballer-Spruch: Die Null muss stehen. Null Fehler also. Beim Zeitungsmachen ist es aber wie beim Fußballspielen und überhaupt im Leben: Trotz aller taktischen Raffinesse, trotz allen Trainings, trotz aller Vorkehrungen fallen Gegentore und geht das eine oder andere Spiel verloren. Wichtig ist, die Niederlagen zu analysieren, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Das tun wir, Tag für Tag. Und: Wir nehmen es ernst mit der journalistischen Genauigkeit, wir stellen Fehler richtig, wir entschuldigen uns. Dafür gibt es die Rubrik „Korrektur“, die Sie hin und wieder (zum Glück nicht allzu oft!) im TV finden – wie in allen anderen seriösen Medien auch. Weltweit.
Ein höchst ungewöhnliches Beispiel lieferte vor einigen Wochen die ehrwürdige „New York Times“. In ihrer Korrekturspalte räumte die Redaktion ein, bei einer Kritik des Musicals „West Side Story“ einen falschen Schauspieler-Namen genannt zu haben – der betreffende Artikel datiert aus dem April 1960. Besser spät als nie.