Geist(er) der Revolution

Hin und wieder melden sich Leser mit dem Hinweis, dass „Trierischer Volksfreund“ ein recht merkwürdiger Titel für eine Zeitung sei. Einige mutmaßen provinziellen Mief, andere wittern politisch rechtslastige Tendenzen. Cornelia Söllner aus Trier meint: Sie hätten bestimmt 30 Prozent mehr Abonnenten, wenn Sie sich für einen anderen Namen entscheiden würden!

Liebe Frau Söllner,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die Idee, den historischen Zeitungs-Titel zu ändern, kommt immer wieder mal auf – und wird meist schnell verworfen. Der Trierische Volksfreund ist seit 130 Jahren am Markt Weiterlesen

Muss, kann, darf

Waltraud Rexroth aus Daun schreibt: Kürzlich erschien im Lokalteil unter der Überschrift „Tastatur eines Geldautomaten verklebt“ eine genaue Anweisung, wie man solche Taten effektiv ausführt. Man braucht nur ein Ei darüber zu schlagen. Dann lässt sich das Ding nicht mehr reparieren. Ist es die Absicht des TV, möglichen Vandalen effektive Rezepte zu liefern? Der Bildungsauftrag der Medien ist ja schön und gut. Aber Weiterlesen

Mehr oder weniger

Die Berichterstattung über Bischof Reinhard Marx, der von Trier nach München gewechselt ist, hat viele TV-Leser interessiert. Die Reaktionen reichen von „zu viel“ bis „zu wenig“, von „zu kritisch“ bis zum Vorwurf der „Hofberichterstattung“. Einige Beispiele:

Franziska Meyer-Heck aus Gerolstein schreibt: Der TV bietet dem Laien sehr aufschlussreiches Hintergrundwissen. Ist bekannt, wie die Ernennung von Bischof Marx erfolgte? War es eine Berufung oder hat er sich beworben? Dürfen Sie darüber berichten?

Liebe Frau Meyer-Heck,
spannende Fragen! Anders als bei der Wahl des Bischofs von Trier trifft in München-Freising der Papst allein die Entscheidung. Mein Kollege Rolf Seydewitz, Spezialist für Kirchenthemen, fand heraus: Alle bayerischen Bistümer haben Vorschläge gemacht. Diese Listen gingen an Papst Benedikt XVI., der den Kandidaten auswählte und ernannte. Auszuschließen ist, dass Reinhard Marx sich selbst vorgeschlagen hat. Grundsätzlich gilt: Wenn die katholische Kirche ihre Spitzenämter neu besetzt, bleibt vieles geheimnisumwittert. Wir versuchen, die Hintergründe zu erhellen und so viel Information wie möglich zu liefern – natürlich unzensiert.

Barbara Gemmeke aus Trier beklagt, dass kritische Meinungen zu Bischof Marx auf der Leserbrief-Seite zu prominent platziert worden sind. Sie fragt: Macht der TV sich nicht zum Komplizen von Menschen, die sich in ausgesprochen aggressiver Weise gegen den Bischof äußern? Kann man etwas Gutes erreichen, indem man öffentlich-brieflich Ohrfeigen austeilt?

Liebe Frau Gemmeke,
besten Dank für Ihre Fragen. Leserbriefe sind Meinungsbeiträge. Mal wohlwollend, mal kritisch. Manche Themen bewegen viele Menschen (erkennbar an der hohen Zahl der Zuschriften), andere sind eher speziell. Für die Sortierung auf der Seite spielt es keine Rolle, ob die Beiträge Kritik oder Zustimmung enthalten. Wie in der Auslage eines Schaufensters werden die spannendsten Leserbriefe an der „schönsten“ Stelle präsentiert. Dies ist die Aufgabe der Redaktion. Themen und Tendenzen bestimmen die Leser hingegen selbst.

Anne G. aus Gerolstein kritisiert die „penetrante Hofberichterstattung in Sachen Marx. Es gibt auch noch andere und wichtigere Themen, über zu schreiben sich lohnt.“

Liebe Frau G.,
wir achten streng darauf, dass es nicht zu einer „Hofberichterstattung“ kommt. Das hieße nämlich, nur offizielle Verlautbarungen „vom Hofe“ zu drucken oder lobhudelnde Meldungen, die „dem Hofe“ genehm sind. Genau so aber ist es nicht: Wir bringen Nachrichten, Hintergründe und Kommentare, wenn es journalistisch geboten erscheint, und nicht, wenn der Bischof (oder wer auch immer) das wünscht. Aufgrund des Neuigkeitswertes und des allgemein großen Interesses war das Thema „Marx“ zuletzt oft im Blatt. Das mag „gefühlt“ übermächtig wirken, macht aber nur einen kleinen Teil der Berichterstattung aus. Andere Themen sind nicht zu kurz gekommen.

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Der Er-bonkel aus Pie-sport

Hartmut Beth aus Kröv schreibt: Die Rechtschreibreform finde ich zum Teil gut. Stängel oder Gämse und meinetwegen auch Schifffahrt mit drei f. Aber was soll die Trennung he-raus und hi-naus, oder aber hi-nzu oder he-rbei? Heißt es jetzt hi und he oder hin und her? Da sage ich nur: Ballhorn lässt grüßen!

Lieber Herr Beth,

vielen Dank für Ihren Brief. Ich habe ihn mit Interesse gelesen und kann Ihren Eindruck nur bestätigen: Die mehrmals überarbeitete Rechtschreibreform hat nicht nur viel Verwirrung gestiftet, sondern auch Weiterlesen