Alles. Oder nichts.

Jutta Just aus Trier schreibt: Was in München passierte, ist schlimm. Die Berichterstattung im Fernsehen war beängstigend. Es wurde spekuliert, analysiert, diskutiert und informiert. Es wurden Gerüchte (Stachus) aufgenommen und wieder fallen gelassen. Über Stunden ergab sich nichts Neues. Und darüber hat man immer wieder berichtet. Für mich wurde damit die unüberschaubare Lage immer beängstigender.

 Wäre es nicht besser gewesen, nach den ersten Informationen dem Zuschauer zu erklären, dass, wenn sich Neues ergibt, man sich wieder meldet?

Liebe Frau Just,

Anschlag mit einem Lastwagen in Nizza; Anschlag mit einer Axt in Würzburg, Anschlag mit einer Pistole in München, Anschlag mit einer Machete in Reutlingen, Anschlag mit einem Sprengsatz in Ansbach, Anschlag mit Messern in einer Kirche in der Normandie – viele Tote, viele Verletzte, die Schreckensbilanz weniger Tage.

Ist das jetzt die Apokalypse, wie ein deutsches Magazin posaunt? Gerät die Welt aus den Fugen? Alles schlimmer als je zuvor? Natürlich nicht.

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Sine nomine

Dieter Grab aus Schwirzheim hat in einem Leserbrief (TV vom 13. Juli) die CDU-Politiker Klöckner und Billen kritisiert. Darauf bekam er Post an seine Privatadresse. Seine Reaktion:

Man kann über alles verschiedener Meinung sein. Und das kann jeder öffentlich in einem Leserbrief kundtun. Dafür bietet der Volksfreund Platz und Gelegenheit. Was meiner Meinung nach nicht geht, sind anonym verschickte Briefe, die sowohl inhaltlich als auch grammatikalisch ihr Ziel verfehlen. Aus einem wiederkehrenden Fehler bei der Adressierung meine ich den Absender zu erkennen. Anonym heißt im Englischen Anonymous. Streicht man aus diesem Wort die Buchstaben o n y m o, bleibt Anus übrig. Und was da rauskommt, wissen alle. In diesem Sinne weiterhin gute Verrichtung, liebe(r) anonyme(r) Schreiber(in).

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Big-Bang-Theorie

Was ist eigentlich mit der Flüchtlingskrise, fragt Herr H. aus Trier. Lange nichts gehört, lange nichts gelesen.

Lieber Herr H.,

es ist, auf den ersten Blick, eigenartig. Flüchtlingskrise? War da mal was? Über Monate hat die Redaktion dieser Zeitung täglich berichtet, über Monate haben sich täglich „besorgte Bürger“ gemeldet, die in Mails und Briefen ihre Befürchtungen kundtaten, die öfters schimpften, bisweilen wüteten. Gegen die unfähigen Politiker. Gegen die Lügenpresse. Untergang des Abendlandes. All das. Und nun?

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Ich war’s nicht

Unglaublich! – Gibt’s doch nicht! – Was für eine Luftnummer! – Peinlich!  Das sind Auszüge aus Zuschriften von Lesern zum geplatzten Verkauf des Hunsrück-Flughafens Hahn. Unverständnis, Ratlosigkeit, auch Häme – und immer wieder die Frage: Wie kann das sein?!

Liebe Leser,

die Welt ist ein merkwürdiger Ort, voller Geschichten, die so irre sind, dass man viel Fantasie braucht, um sie sich auszudenken. Sie sind aber nicht erfunden. Sie passieren, im richtigen Leben. Die Polit-Posse um den Hahn – oder ist es ein Wirtschaftskrimi? – gehört dazu. Jetzt schon, obwohl längst nicht alle Einzelheiten bekannt sind.

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Bullshit

Neulich habe ich in dieser Kolumne das Wort Bullshit verwendet. Es ging um Jogi Löws #Hosengate und das Gespött im Internet über den Fehlgriff des Bundestrainers, der in seiner Büx herumgekramt und an den Fingern geschnüffelt hatte – vor den Augen der Welt. Das Netz beschäftigte sich tagelang damit.

Leser S. fragt: Was ist Bullshit? Erstens hört sich das eklig an, zweitens ist mir nicht ganz klar, was damit gemeint ist. Weiterlesen

Ente gut, alles gut

Friedhelm Enser aus Trier schreibt über Donald Trump, den (wahrscheinlichen) Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Drängen sich da nicht einige Parallelen auf zu seinem Namensvetter Donald Duck? Zum Beispiel ganz viel Kohle, aber unterm Strich nur ’ne Witzfigur!

Lieber Herr Enser,

ich bin kein Donaldist, kein Verehrer und Kenner der Duck-Dynastie aus Entenhausen. Versuche aber mal einer zu sein. Also, Donald Duck, das ist doch der Faulpelz, der Schluffi, der ewige Verlierer, der nichts auf die Reihe kriegt, oder?! Der mit dem Geldspeicher heißt Dagobert, Onkel von Donald. Geizhals, Griesgram, Großkapitalist, reichste Ente der Welt.

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Höggscht unfein

Es ist DER Aufreger. Es ist DAS Gesprächsthema. Es ist womöglich, nein bestimmt, DIE größte Skandal-Geschichte aller Zeiten. Mindestens. Der Bundes-Jogi hat sich in die Büx gegriffen. Sich gekratzt, irgendetwas in Ordnung gebracht. Und danach seine Finger beschnuppert. Vorne. Nase. Hinten. Nase. Vor laufenden Kameras, während des Spiels gegen die Ukraine. Böses Foul. Höggscht unfein. Bäh.

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Von Ameisen und Blattläusen

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Die Sätze des AfD-Manns Alexander Gauland, vor zwei Wochen von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) verbreitet, haben die Republik in Wallung versetzt und hallen immer noch nach.

Einige Volksfreund-Leser fragen: Wie ist das mit Hintergrundgesprächen zwischen Journalisten und Politikern? Sind die nun vertraulich oder nicht? Ist Gauland von den Medienleuten hereingelegt worden?

Liebe Leser,

ich will nicht nachtreten und auseinanderdröseln, wer wann was zu wem gesagt hat, wie dämlich das gewesen ist, wie enervierend und langweilig das mediale Theater, wie durchschaubar die Rituale der Skandalisierung und Empörung …

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So unbegreiflich. So unfassbar.

Walter Kubitza-Weitner aus Trier schreibt zum Kriminalfall Tanja Gräff (TV vom 28./29. Mai): Warum schon wieder eine ganze Seite zu diesem schrecklichen Ereignis, zumal kaum über neue Fakten zu berichten ist? Nicht zum ersten Mal habe ich den Eindruck, dass der TV irgendwie seine Seiten voll bekommen möchte. Ich bin aus Aachen nach Trier umgezogen und über Ihre Berichterstattung sehr enttäuscht. Bitte geben Sie sich bei der Auswahl der Themen ein bisschen mehr Mühe.

Lieber Herr Kubitza-Weitner,

vielen Dank für Ihre Mail und den Denkanstoß. Es gibt Leser dieser Zeitung, die sagen: Es reicht, genug berichtet über die arme Tanja Gräff, lasst sie in Frieden ruhen. Das verstehe Weiterlesen

Demokratie wagen – und ertragen!

Cornell Bach aus Trier schreibt: Lügenpresse? Okay, kein schönes Wort. Wie wäre es mit Unterschlagungs- oder Manipulationspresse? Jedenfalls hat der Volksfreund wieder zugeschlagen und einen wichtigen Satz aus der Rede von Joachim Gauck unterschlagen. Stimmt nicht? Dann schauen Sie sich bitte den Anhang an. Oder bin ich einer Medienente aufgesessen?

Sehr geehrter Herr Bach,

danke für den Hinweis und den mitgelieferten „Beweis“, ich zitiere den vermissten Gauck-Satz weiter hinten. Als Ihre Quelle habe ich den Nachrichtensender n-tv.de ausgemacht (Autoren: „hul/AFP“). Sie meinen also, dass der Volksfreund lügt und manipuliert, n-tv dagegen wahrhaftig informiert? Schauen wir uns den Fall an:

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