Isothermen und Isotheren

Fred Casagranda aus Konz schreibt zur Schlagzeile „Frost, aber kein Schnee: Nächste Woche ‚Winter light’ in der Region“ (TV vom 28. November): Bitte überlassen Sie den Großkaufhäusern ihren „Sale“. Ihre Redakteure sind sicher imstande, das, was gemeint ist, auf Deutsch zu sagen. Nebenbei: Ich bin Lëtzebuerger.

Karl Mrakawa aus Kyllburg meint zur selben Überschrift: In aller Früh erreichten mich zwei Anrufe mit dem Unmut, sieh dir mal die Titelseite des Volksfreunds an. Haben wir es nötig, uns von den Zeitungsschreibern veramerikanisieren zu lassen? Kann man das nicht auf Deutsch formulieren? Die Presse soll eine Schule für die Menschen sein! Es ist wirklich eine Zumutung.

Lieber Herr Casagranda,

lieber Herr Mrakawa,

ja, es stimmt: Das denglische Gedöns in der Titelzeile wäre vermeidbar gewesen.

„Winter light“: So hat der Meteorologe Dominik Jung, der im Artikel (und in der Überschrift) zitiert worden ist, seine Wetterprognose für die nächste Zeit zusammengefasst. Soll wohl heißen: Der Winter ist kein richtiger Winter, sondern einer, dem etwas fehlt. Frost, Schnee, Eis.

Das englische Modewort „light“ (leicht) wird gemeinhin von Werbern verwendet, um Produkte als besonders „hip“ anzupreisen oder etwas Unangenehmes zu verschleiern, Weiterlesen

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Keine Alternative, nirgends

Zum Interview „Wir stehen vor einer neuen Bedrohungslage“ und zum Artikel „Die verbreitete Angst vor den Neuen“ (TV vom 24. November) schreibt …

Erwin Zunker aus Auw an der Kyll: Als langjähriger Abonnent des TV hätte ich mir eine neutrale Berichterstattung bezüglich der AfD gewünscht. Von einem angeblich nicht politikgesteuerten Journalismus erwarte ich jedoch, dass der Veröffentlichung eines Artikels eine anständige Recherche vorausgeht. Weiterlesen

Alleyn uff gewynn und groß beschisß

Johannes Mohr aus Trier schreibt „zur Frage der Machtausübung“: Wir haben erlebt, wie eine Gewerkschaft ihr „Recht“ auf Streik ausgeübt hat, nicht nur im Kampf gegen den Arbeitgeber, sondern auch gegen eine konkurrierende Gewerkschaft. Wenn Arbeiter gegen ihren Arbeitgeber streiken, wird in der Regel nur der betroffene Betrieb lahmgelegt.

Wenn aber Lokführer und Flugzeugpiloten streiken, nehmen sie zahlreiche neutrale Personen (Pendler, Schüler und andere) in Geiselhaft und erhöhen damit erheblich das Druckpotenzial. Es gibt also Personengruppen, die aufgrund ihrer Tätigkeit eine wesentlich größere Macht ausüben können als normale Bürger. Da erhebt sich die Frage: Inwieweit ist diese Machtausübung zulässig und verantwortbar?

Zu den Gruppen mit besonderem Einfluss gehören auch die Redakteure von Zeitungen und Zeitschriften. Andere Personen können nicht mit den gleichen Mitteln antworten und sich verteidigen, wenn es vor Ort keine konkurrierende Zeitung oder Zeitschrift gibt. Ein Bericht zu einer Straftat kann durch Vermutungen und vorauseilende Unterstellungen Stimmungen erzeugen. So kann eine Kampagne entstehen, zum Beispiel beim Bischof von Limburg oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, die Fehler begangen haben und medial ins Abseits gestellt werden. Weiterlesen

Frieda Frech und Archibald Angeber

Frau F. meint: Ich würde sehr gern Leserbriefe schreiben, bitte aber ausdrücklich darum, meinen Namen und meinen Wohnort nicht zu veröffentlichen. Könnte ich mir nicht einen Künstlernamen zulegen, um meine Anonymität zu wahren? Ich lese im Volksfreund doch des öfteren Artikel, wo Menschen aus Gründen des Personenschutzes anonym bleiben dürfen oder einen anderen Namen erhalten. Haben Leserbriefschreiber keine Lobby? Falls dem so wäre, fände ich es sehr schade.

Liebe Frau F.,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Ich habe Verständnis für Ihren Wunsch, anonym zu bleiben, kann aber keine Ausnahme zulassen. Warum?

Immer wieder erreichen uns „Leserbriefe“ ohne Absender oder mit Fantasie-Namen gezeichnet – mit der Bemerkung, wegen der Brisanz des Themas müsse der Schreiber Weiterlesen

Falsche Freunde

Frau L. aus der Eifel (will nicht namentlich genannt werden) schreibt öfters über dies und das, sie wünscht keine Veröffentlichung in der Zeitung. Es sei jedoch gestattet, eine ihrer Beobachtungen aufzugreifen:

Wenn ich Politiker in Talkshows Sätze sagen höre wie „Da bin ich ganz bei Ihnen“, graut es mir. Wer hat eigentlich diese dämliche Sprachwendung zum ersten Mal benutzt?

Liebe Frau L.,

vielen Dank für diese Vorlage. Das Phrasenschwein grunzt verzückt. Oink, oink!

Also, wo kommt das her? Dieser Schwulst: Da bin ich ganz bei Ihnen. Oder: Das macht doch, am Ende des Tages, nicht wirklich Sinn.

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Versuch und Irrtum reloaded

Wilfried Schnatmeyer, Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Baukybernetik aus Graach an der Mosel, meint:

Sehr geehrter Herr Reinhart,

Ihre Antwort bei „Versuch und Irrtum“ im Leserforum macht mich stutzig. Sie wollen also dem Leser Ihrer Zeitung vorschreiben, wie er Ungereimtheiten im TV zu verstehen hat! Bilder sind zwar ganz schön, sie erinnern mich aber an eine große Groschen-Zeitung. Es ist auch anzumerken, wenn Sie Text aus der Rhein-Zeitung übernehmen, den ganzen Text zu übernehmen und nicht Absätze wegzulassen, weil wegen der Bildchen kein Platz mehr ist!

Weiter muss ich bemängeln, dass kritische Leserbriefe, die Ihnen nicht gefallen, nicht gebracht werden. Anstatt die Reklamationen zu akzeptieren, müssen Sie Ihren Leser Walter Ferner auch noch kritisieren und ihn als flüchtigen Leser hinstellen. Glauben Sie, Herr Reinhart, Sie hätten damit was Gutes getan?

Lieber Herr Schnatmeyer,

vielen Dank. Als ich Ihre Zuschrift las, dachte ich spontan, dass mein Versuch über „Versuch und Irrtum“ ein Irrtum war. Der Irrtum, dass es möglich sei, anhand einfacher Beispiele zu erklären, dass jeder Versuch, das Beste aus einer Geschichte Weiterlesen

Versuch und Irrtum

Walter Ferner aus Bitburg schreibt: An der täglichen Zeitung merkt man gleich, dass der Volksfreund eine neue Druckmaschine hat, die viel mehr kann als die alte. Mir fällt nämlich auf, dass mehr und mehr Fotos von allen möglichen Festen oder sonstigen Angelegenheiten in die Zeitung gepackt werden. Vielleicht gefällt das vielen Abonnenten, auf alle Fälle werden mit den großformatigen Fotos die Seiten schneller voll, ohne viel Information abzugeben.

Was mich aber mehr noch bewegt ist die Art, wie die TV-Redakteure Berichte mit reißerischen Überschriften verfassen, wie sie sonst in der Zeitung mit den großen Buchstaben zu lesen sind. So steht in der Volksfreund-Ausgabe vom 15. Oktober auf der Eifel-Seite: „Toter Keiler bleibt am Straßenrand liegen.“ Ein Farbfoto zeigt ein totes Wildschwein am Straßenrand. Ein Frischling, soweit in Ordnung. Aber liest man den Bericht, ergibt sich ein total anderes Bild. Ein Autofahrer hat ein Wildschwein gerammt und „durch die Wucht des Aufpralls wird der 80 Kilo schwere Keiler mehr als 20 Meter durch die Luft geschleudert und landet auf einem privaten Acker, wo er sein Leben aushaucht.“ Was ist nun wahr, Frischling am Straßenrand (Foto) oder Keiler auf dem Acker (Text)? Hat der Volksfreund diese Art der Information nötig? Weiterlesen

Die Macht der Worte

Hans-Albert Krämer aus Trier schreibt: Warum gibt es angesichts der Krisen und Kriege auf der Welt keinen Gipfel der Religionsführer und Kirchenoberhäupter? Papst Franziskus hat kürzlich die Mafiosi aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen – exkommuniziert. Warum machen die Muslime nicht etwas Ähnliches mit den Terroristen des „Islamischen Staats“? Deren schreckliche Taten sind doch nicht mit den Lehren des Korans vereinbar! Warum leistet sich die Weltbevölkerung überhaupt so viele Religionen in ihren unterschiedlichsten Varianten und Auslegungen? Überflüssig! Führt eh nur zu Konflikten!

Lieber Herr Krämer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Religionsfreiheit, Glaubenskriege, Friede auf Erden – ein weites, ein sehr weites Feld. Sie erinnern sich: Anfang des Jahres habe ich mich auf Ihre Anregung hin ausführlich damit befasst (zum Nachlesen:  http://forum.blog.volksfreund.de/?s=Jeder+nach+seiner+Fasson).

Die Ausführungen von damals will ich nicht wiederholen. Stattdessen habe ich Ihre Kernfrage zum interkulturellen Dialog dem Trierer Bischof Stephan Ackermann gestellt, Weiterlesen

Ehre, wem Ehre gebührt

Dr. Wilhelm Wendling aus Altenahr meint: Die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an Alexander Fleming muss überprüft werden; denn hier hat die schwedische Akademie sehr schlecht und peinlich oberflächlich recherchiert. Ich lese in meinem Buch „Schlag nach – Natur“ (Lpz. Bibl. Inst. 1952, Seite 565): „1872 berichtet A.G. Poletebnow, dass Wunden nach Betäubung mit Sporenpulver von Schimmelpilzen schneller heilen und sieht damit die Heileigenschaften eines später ,Penicillin’ genannten Inhaltsstoffs der Schimmelpilze voraus.“ Dieses Kapitel Medizingeschichte – wenn auch peinlich für das Nobelpreis-Komitee – muss als Ehrenrettung für den wirklichen Entdecker überprüft werden.

Niemand traut sich, meinen Leserbrief zu veröffentlichen. Als Beleg füge ich die entsprechende Seite des zitierten Buches aus dem renommierten Verlag Bibliographisches Institut bei, wo man wohl ordentlich recherchiert. Weiterlesen

Mit Kanonen auf Spatzen

Klaus Erzig aus Newel schreibt zum Artikel „Falsche Post vom Finanzamt“ (13./14. September in einigen Lokalteilen erschienen):

Wo Menschen arbeiten, passieren hin und wieder Fehler. Wenn diese Fehler schwerwiegend sind, kann das unter Umständen sehr tragisch und folgenreich sein, und sie gehören auch angesprochen. Leichte Fehler lassen sich meist unproblematisch und ohne Folgen beheben.

Hier hat das Finanzamt versehentlich Herrn Karlo Kopper aus Osburg einen Brief mit persönlichen Unterlagen zugesandt, der nicht für ihn bestimmt war. So etwas darf natürlich nicht passieren. Es kann aber passieren, insbesondere bei immer größer werdendem Leistungsdruck und Stress durch immer umfangreichere und kompliziertere Gesetze und Arbeitsabläufe bei gleichzeitigem massiven Stellenabbau. Weiterlesen