Falsche Freunde

Frau L. aus der Eifel (will nicht namentlich genannt werden) schreibt öfters über dies und das, sie wünscht keine Veröffentlichung in der Zeitung. Es sei jedoch gestattet, eine ihrer Beobachtungen aufzugreifen:

Wenn ich Politiker in Talkshows Sätze sagen höre wie „Da bin ich ganz bei Ihnen“, graut es mir. Wer hat eigentlich diese dämliche Sprachwendung zum ersten Mal benutzt?

Liebe Frau L.,

vielen Dank für diese Vorlage. Das Phrasenschwein grunzt verzückt. Oink, oink!

Also, wo kommt das her? Dieser Schwulst: Da bin ich ganz bei Ihnen. Oder: Das macht doch, am Ende des Tages, nicht wirklich Sinn.

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Versuch und Irrtum reloaded

Wilfried Schnatmeyer, Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Baukybernetik aus Graach an der Mosel, meint:

Sehr geehrter Herr Reinhart,

Ihre Antwort bei „Versuch und Irrtum“ im Leserforum macht mich stutzig. Sie wollen also dem Leser Ihrer Zeitung vorschreiben, wie er Ungereimtheiten im TV zu verstehen hat! Bilder sind zwar ganz schön, sie erinnern mich aber an eine große Groschen-Zeitung. Es ist auch anzumerken, wenn Sie Text aus der Rhein-Zeitung übernehmen, den ganzen Text zu übernehmen und nicht Absätze wegzulassen, weil wegen der Bildchen kein Platz mehr ist!

Weiter muss ich bemängeln, dass kritische Leserbriefe, die Ihnen nicht gefallen, nicht gebracht werden. Anstatt die Reklamationen zu akzeptieren, müssen Sie Ihren Leser Walter Ferner auch noch kritisieren und ihn als flüchtigen Leser hinstellen. Glauben Sie, Herr Reinhart, Sie hätten damit was Gutes getan?

Lieber Herr Schnatmeyer,

vielen Dank. Als ich Ihre Zuschrift las, dachte ich spontan, dass mein Versuch über „Versuch und Irrtum“ ein Irrtum war. Der Irrtum, dass es möglich sei, anhand einfacher Beispiele zu erklären, dass jeder Versuch, das Beste aus einer Geschichte Weiterlesen

Versuch und Irrtum

Walter Ferner aus Bitburg schreibt: An der täglichen Zeitung merkt man gleich, dass der Volksfreund eine neue Druckmaschine hat, die viel mehr kann als die alte. Mir fällt nämlich auf, dass mehr und mehr Fotos von allen möglichen Festen oder sonstigen Angelegenheiten in die Zeitung gepackt werden. Vielleicht gefällt das vielen Abonnenten, auf alle Fälle werden mit den großformatigen Fotos die Seiten schneller voll, ohne viel Information abzugeben.

Was mich aber mehr noch bewegt ist die Art, wie die TV-Redakteure Berichte mit reißerischen Überschriften verfassen, wie sie sonst in der Zeitung mit den großen Buchstaben zu lesen sind. So steht in der Volksfreund-Ausgabe vom 15. Oktober auf der Eifel-Seite: „Toter Keiler bleibt am Straßenrand liegen.“ Ein Farbfoto zeigt ein totes Wildschwein am Straßenrand. Ein Frischling, soweit in Ordnung. Aber liest man den Bericht, ergibt sich ein total anderes Bild. Ein Autofahrer hat ein Wildschwein gerammt und „durch die Wucht des Aufpralls wird der 80 Kilo schwere Keiler mehr als 20 Meter durch die Luft geschleudert und landet auf einem privaten Acker, wo er sein Leben aushaucht.“ Was ist nun wahr, Frischling am Straßenrand (Foto) oder Keiler auf dem Acker (Text)? Hat der Volksfreund diese Art der Information nötig? Weiterlesen

Die Macht der Worte

Hans-Albert Krämer aus Trier schreibt: Warum gibt es angesichts der Krisen und Kriege auf der Welt keinen Gipfel der Religionsführer und Kirchenoberhäupter? Papst Franziskus hat kürzlich die Mafiosi aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen – exkommuniziert. Warum machen die Muslime nicht etwas Ähnliches mit den Terroristen des „Islamischen Staats“? Deren schreckliche Taten sind doch nicht mit den Lehren des Korans vereinbar! Warum leistet sich die Weltbevölkerung überhaupt so viele Religionen in ihren unterschiedlichsten Varianten und Auslegungen? Überflüssig! Führt eh nur zu Konflikten!

Lieber Herr Krämer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Religionsfreiheit, Glaubenskriege, Friede auf Erden – ein weites, ein sehr weites Feld. Sie erinnern sich: Anfang des Jahres habe ich mich auf Ihre Anregung hin ausführlich damit befasst (zum Nachlesen:  http://forum.blog.volksfreund.de/?s=Jeder+nach+seiner+Fasson).

Die Ausführungen von damals will ich nicht wiederholen. Stattdessen habe ich Ihre Kernfrage zum interkulturellen Dialog dem Trierer Bischof Stephan Ackermann gestellt, Weiterlesen

Ehre, wem Ehre gebührt

Dr. Wilhelm Wendling aus Altenahr meint: Die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an Alexander Fleming muss überprüft werden; denn hier hat die schwedische Akademie sehr schlecht und peinlich oberflächlich recherchiert. Ich lese in meinem Buch „Schlag nach – Natur“ (Lpz. Bibl. Inst. 1952, Seite 565): „1872 berichtet A.G. Poletebnow, dass Wunden nach Betäubung mit Sporenpulver von Schimmelpilzen schneller heilen und sieht damit die Heileigenschaften eines später ,Penicillin’ genannten Inhaltsstoffs der Schimmelpilze voraus.“ Dieses Kapitel Medizingeschichte – wenn auch peinlich für das Nobelpreis-Komitee – muss als Ehrenrettung für den wirklichen Entdecker überprüft werden.

Niemand traut sich, meinen Leserbrief zu veröffentlichen. Als Beleg füge ich die entsprechende Seite des zitierten Buches aus dem renommierten Verlag Bibliographisches Institut bei, wo man wohl ordentlich recherchiert. Weiterlesen

Mit Kanonen auf Spatzen

Klaus Erzig aus Newel schreibt zum Artikel „Falsche Post vom Finanzamt“ (13./14. September in einigen Lokalteilen erschienen):

Wo Menschen arbeiten, passieren hin und wieder Fehler. Wenn diese Fehler schwerwiegend sind, kann das unter Umständen sehr tragisch und folgenreich sein, und sie gehören auch angesprochen. Leichte Fehler lassen sich meist unproblematisch und ohne Folgen beheben.

Hier hat das Finanzamt versehentlich Herrn Karlo Kopper aus Osburg einen Brief mit persönlichen Unterlagen zugesandt, der nicht für ihn bestimmt war. So etwas darf natürlich nicht passieren. Es kann aber passieren, insbesondere bei immer größer werdendem Leistungsdruck und Stress durch immer umfangreichere und kompliziertere Gesetze und Arbeitsabläufe bei gleichzeitigem massiven Stellenabbau. Weiterlesen

Verbeutelt, nicht versackt

 

Heinz Erschens aus Kell am See schreibt: Dass Gärten hängen und Kühe fliegen können – Behauptungen, die sich ohne weiteres nicht beweisen lassen.

Dass die deutsche Sprache durch Denglisch ersetzt wird, kann jeder beweisen, der Zeitung liest, Fernsehen schaut, vor Schaufenstern steht oder durch Straßen schlendert und dabei versucht, Plakattexte am Wegrand zu lesen.

Die englisch-amerikanische Sprachform mit teutonischen Einsprengseln erscheint bei Sport, Musik und bei Freizeitgestaltungen. Überall dort, wo Menschen ohne Fantasie in die Anonymität unbewusster Fernsteuerung durch Kommerz und Gruppenzwang geleitet werden. Weiterlesen

Die dunkle Seite der Macht

Auf der Facebook-Seite des Volksfreunds schlägt Stefan Kalsch vor: Es wäre mal an der Zeit, dass sich der TV darum bemüht, die Flut an unqualifizierten und geradezu erschreckenden Kommentaren im Netz einzudämmen. Wie wäre es, all diese Posts zu sammeln und auf einer extra Seite in der Printausgabe (anonym) zu veröffentlichen? Viele Leser, die sich beispielsweise nicht mit Facebook auseinandersetzen, könnten so erfahren, zu welchen krass menschenverachtenden Kommentaren ein Mensch fähig sein kann. Ich habe nichts gegen öffentlichen Meinungsaustausch, jedoch stehen die Medien in der Verantwortung, das von ihnen veröffentlichte Material weiter zu verfolgen und durch kompetente Internetmoderation so zu begleiten, dass sich die Posts in einem angemessenen Rahmen bewegen.

Lieber Herr Kalsch,

danke, eine gute Anregung. Wir haben es mit einem medialen Dilemma zu tun: Das Netz ist großartig – und grauenvoll zugleich. So viel Wissen, so viel Information – und so viel Hetze, so viel Hass. Der kalifornische Autor Dave Eggers beschreibt in seinem Weiterlesen

Diagnose: Fehleritis

Alfred Schilz aus Trier schreibt: In der Ausgabe vom 4. September lese ich auf Seite 27, dass in der Stadt Kevelaer am Niederrhein bei einem Autounfall vier Frauen ums Leben kamen, in der Überschrift aber „nur“ auf zwei Frauen als Opfer hingewiesen wurde. Wie kommt’s?

Wenn ich den Text richtig lese, sind „zwei 40 und 68 Jahre alte Frauen aus den Niederlanden“ gestorben. Also vier Frauen. Sollten es aber „nur“ zwei gewesen sein, was bedauerlich genug wäre, sollte man richtigerweise „eine 40-jährige und eine 68-jährige“ schreiben.

Es erstaunt immer wieder und macht immer wieder Ärger, wenn ein Blatt wie der TV, entweder ungeprüft von anderen Blättern übernommen oder von eigenen Berichterstattern verfasst, seinen Lesern solche Unstimmigkeiten vorsetzt. Weiterlesen

Sommerlochverkleinerungsschreiben

Ferien! Das Forum (und mit ihm sein Autor) macht Pause. Vier Wochen. Durchschnaufen. Seele baumeln lassen. Zuvor gibt’s zur Erheiterung einige Auszüge aus ulkigen Zuschriften, von den Absendern mal Sommerlochverkleinerungsschreiben genannt, mal Leserbrief, der nie abgeschickt wurde (dann aber wohl doch irgendwie, Weiterlesen