Die Macht der Worte

Hans-Albert Krämer aus Trier schreibt: Warum gibt es angesichts der Krisen und Kriege auf der Welt keinen Gipfel der Religionsführer und Kirchenoberhäupter? Papst Franziskus hat kürzlich die Mafiosi aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen – exkommuniziert. Warum machen die Muslime nicht etwas Ähnliches mit den Terroristen des „Islamischen Staats“? Deren schreckliche Taten sind doch nicht mit den Lehren des Korans vereinbar! Warum leistet sich die Weltbevölkerung überhaupt so viele Religionen in ihren unterschiedlichsten Varianten und Auslegungen? Überflüssig! Führt eh nur zu Konflikten!

Lieber Herr Krämer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Religionsfreiheit, Glaubenskriege, Friede auf Erden – ein weites, ein sehr weites Feld. Sie erinnern sich: Anfang des Jahres habe ich mich auf Ihre Anregung hin ausführlich damit befasst (zum Nachlesen:  http://forum.blog.volksfreund.de/?s=Jeder+nach+seiner+Fasson).

Die Ausführungen von damals will ich nicht wiederholen. Stattdessen habe ich Ihre Kernfrage zum interkulturellen Dialog dem Trierer Bischof Stephan Ackermann gestellt, Weiterlesen

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Ehre, wem Ehre gebührt

Dr. Wilhelm Wendling aus Altenahr meint: Die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an Alexander Fleming muss überprüft werden; denn hier hat die schwedische Akademie sehr schlecht und peinlich oberflächlich recherchiert. Ich lese in meinem Buch „Schlag nach – Natur“ (Lpz. Bibl. Inst. 1952, Seite 565): „1872 berichtet A.G. Poletebnow, dass Wunden nach Betäubung mit Sporenpulver von Schimmelpilzen schneller heilen und sieht damit die Heileigenschaften eines später ,Penicillin’ genannten Inhaltsstoffs der Schimmelpilze voraus.“ Dieses Kapitel Medizingeschichte – wenn auch peinlich für das Nobelpreis-Komitee – muss als Ehrenrettung für den wirklichen Entdecker überprüft werden.

Niemand traut sich, meinen Leserbrief zu veröffentlichen. Als Beleg füge ich die entsprechende Seite des zitierten Buches aus dem renommierten Verlag Bibliographisches Institut bei, wo man wohl ordentlich recherchiert. Weiterlesen

Mit Kanonen auf Spatzen

Klaus Erzig aus Newel schreibt zum Artikel „Falsche Post vom Finanzamt“ (13./14. September in einigen Lokalteilen erschienen):

Wo Menschen arbeiten, passieren hin und wieder Fehler. Wenn diese Fehler schwerwiegend sind, kann das unter Umständen sehr tragisch und folgenreich sein, und sie gehören auch angesprochen. Leichte Fehler lassen sich meist unproblematisch und ohne Folgen beheben.

Hier hat das Finanzamt versehentlich Herrn Karlo Kopper aus Osburg einen Brief mit persönlichen Unterlagen zugesandt, der nicht für ihn bestimmt war. So etwas darf natürlich nicht passieren. Es kann aber passieren, insbesondere bei immer größer werdendem Leistungsdruck und Stress durch immer umfangreichere und kompliziertere Gesetze und Arbeitsabläufe bei gleichzeitigem massiven Stellenabbau. Weiterlesen

Verbeutelt, nicht versackt

 

Heinz Erschens aus Kell am See schreibt: Dass Gärten hängen und Kühe fliegen können – Behauptungen, die sich ohne weiteres nicht beweisen lassen.

Dass die deutsche Sprache durch Denglisch ersetzt wird, kann jeder beweisen, der Zeitung liest, Fernsehen schaut, vor Schaufenstern steht oder durch Straßen schlendert und dabei versucht, Plakattexte am Wegrand zu lesen.

Die englisch-amerikanische Sprachform mit teutonischen Einsprengseln erscheint bei Sport, Musik und bei Freizeitgestaltungen. Überall dort, wo Menschen ohne Fantasie in die Anonymität unbewusster Fernsteuerung durch Kommerz und Gruppenzwang geleitet werden. Weiterlesen

Die dunkle Seite der Macht

Auf der Facebook-Seite des Volksfreunds schlägt Stefan Kalsch vor: Es wäre mal an der Zeit, dass sich der TV darum bemüht, die Flut an unqualifizierten und geradezu erschreckenden Kommentaren im Netz einzudämmen. Wie wäre es, all diese Posts zu sammeln und auf einer extra Seite in der Printausgabe (anonym) zu veröffentlichen? Viele Leser, die sich beispielsweise nicht mit Facebook auseinandersetzen, könnten so erfahren, zu welchen krass menschenverachtenden Kommentaren ein Mensch fähig sein kann. Ich habe nichts gegen öffentlichen Meinungsaustausch, jedoch stehen die Medien in der Verantwortung, das von ihnen veröffentlichte Material weiter zu verfolgen und durch kompetente Internetmoderation so zu begleiten, dass sich die Posts in einem angemessenen Rahmen bewegen.

Lieber Herr Kalsch,

danke, eine gute Anregung. Wir haben es mit einem medialen Dilemma zu tun: Das Netz ist großartig – und grauenvoll zugleich. So viel Wissen, so viel Information – und so viel Hetze, so viel Hass. Der kalifornische Autor Dave Eggers beschreibt in seinem Weiterlesen

Diagnose: Fehleritis

Alfred Schilz aus Trier schreibt: In der Ausgabe vom 4. September lese ich auf Seite 27, dass in der Stadt Kevelaer am Niederrhein bei einem Autounfall vier Frauen ums Leben kamen, in der Überschrift aber „nur“ auf zwei Frauen als Opfer hingewiesen wurde. Wie kommt’s?

Wenn ich den Text richtig lese, sind „zwei 40 und 68 Jahre alte Frauen aus den Niederlanden“ gestorben. Also vier Frauen. Sollten es aber „nur“ zwei gewesen sein, was bedauerlich genug wäre, sollte man richtigerweise „eine 40-jährige und eine 68-jährige“ schreiben.

Es erstaunt immer wieder und macht immer wieder Ärger, wenn ein Blatt wie der TV, entweder ungeprüft von anderen Blättern übernommen oder von eigenen Berichterstattern verfasst, seinen Lesern solche Unstimmigkeiten vorsetzt. Weiterlesen

Sommerlochverkleinerungsschreiben

Ferien! Das Forum (und mit ihm sein Autor) macht Pause. Vier Wochen. Durchschnaufen. Seele baumeln lassen. Zuvor gibt’s zur Erheiterung einige Auszüge aus ulkigen Zuschriften, von den Absendern mal Sommerlochverkleinerungsschreiben genannt, mal Leserbrief, der nie abgeschickt wurde (dann aber wohl doch irgendwie, Weiterlesen

Schneller, höher, weiter

Raimund Ackermann aus Trier schreibt: Schlechte Sport-Information! Da gibt es nur einmal im Jahr die deutsche Leichtathletik-Meisterschaft, diesmal in Ulm, und dann wird sehr spärlich über ein solches großes Sportereignis berichtet.

Wo sind denn die Ergebnislisten, vor allem aus den Laufwettbewerben mit Platzierungen und Zeiten? Ich weiß bis heute nicht, wer die 800 Meter der Männer gewonnen hat. Nicht jeder hat Internet, ich übrigens auch nicht, wo man es eventuell nachlesen könnte. Da habe ich als langjähriger TV-Abonnent doch mehr erwartet. Schade.

Lieber Herr Ackermann,

vielen Dank für Ihren Brief. Stimmt, das hat die Sportredaktion leider verbaselt. Zumindest für die Siegerliste wäre Platz gewesen. Ich reiche sie wunschgemäß nach (siehe unten).

Ganz allgemein: Der Trend geht dahin, die Top-Geschichten zu erzählen. Weil es unmöglich ist, auf begrenztem Raum (= Zeitung) restlos alles abzubilden, was sich Weiterlesen

Mediale Fressorgien

Krisen, Kriege, Katastrophen – derzeit mal wieder das dominierende Thema in den Medien, auf allen Kanälen, auch im Volksfreund. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

Die einen sagen: Bringt noch mehr Informationen, noch mehr Hintergrund, noch mehr Fakten über das Gemetzel in der Ukraine, im Gazastreifen und wo es sonst gerade kracht.

Die anderen sagen: Jetzt ist aber auch mal genug mit den täglichen Horrornachrichten …

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist die uralte Frage: Was ist wichtig, was ist nichtig?

Kriegsberichterstattung wird allgemein als wichtig eingeschätzt, seit Anbeginn der Tage. Weiterlesen

Die besten Jahre

Gerhard Lenssen aus Bernkastel-Kues schreibt zum Beitrag „Wenn Opa das erste Smartphone bekommt“ (TV vom 11. Juli): Als ich den Artikel las, fragte ich mich: In welchem Zeitalter lebt eigentlich der Volksfreund? Da werden ältere Menschen als liebe, aber leicht vertrottelte Zeitgenossen dargestellt, denen man halt mit einfachen Worten versuchen möge, die Welt von heute zu erklären. Ich (91) kann Ihnen versichern, es geht auch anders.

Ich erwarte nicht, dass sich heutzutage ein Kind noch hinsetzt und dann auf mehrfaches elterliches Drängen mehr oder weniger begeistert schreibt: Lieber Großvater, wie geht es Dir? – Ich nutze WhatsApp und habe so mit Kindern, Enkeln und Urenkeln ständig Kontakt und bekomme sogar auch auf einfache Weise ständig mit, was sie umtreibt. Weiterlesen