Ente gut, alles gut

Friedhelm Enser aus Trier schreibt über Donald Trump, den (wahrscheinlichen) Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: Drängen sich da nicht einige Parallelen auf zu seinem Namensvetter Donald Duck? Zum Beispiel ganz viel Kohle, aber unterm Strich nur ’ne Witzfigur!

Lieber Herr Enser,

ich bin kein Donaldist, kein Verehrer und Kenner der Duck-Dynastie aus Entenhausen. Versuche aber mal einer zu sein. Also, Donald Duck, das ist doch der Faulpelz, der Schluffi, der ewige Verlierer, der nichts auf die Reihe kriegt, oder?! Der mit dem Geldspeicher heißt Dagobert, Onkel von Donald. Geizhals, Griesgram, Großkapitalist, reichste Ente der Welt.

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Höggscht unfein

Es ist DER Aufreger. Es ist DAS Gesprächsthema. Es ist womöglich, nein bestimmt, DIE größte Skandal-Geschichte aller Zeiten. Mindestens. Der Bundes-Jogi hat sich in die Büx gegriffen. Sich gekratzt, irgendetwas in Ordnung gebracht. Und danach seine Finger beschnuppert. Vorne. Nase. Hinten. Nase. Vor laufenden Kameras, während des Spiels gegen die Ukraine. Böses Foul. Höggscht unfein. Bäh.

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Von Ameisen und Blattläusen

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Die Sätze des AfD-Manns Alexander Gauland, vor zwei Wochen von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) verbreitet, haben die Republik in Wallung versetzt und hallen immer noch nach.

Einige Volksfreund-Leser fragen: Wie ist das mit Hintergrundgesprächen zwischen Journalisten und Politikern? Sind die nun vertraulich oder nicht? Ist Gauland von den Medienleuten hereingelegt worden?

Liebe Leser,

ich will nicht nachtreten und auseinanderdröseln, wer wann was zu wem gesagt hat, wie dämlich das gewesen ist, wie enervierend und langweilig das mediale Theater, wie durchschaubar die Rituale der Skandalisierung und Empörung …

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So unbegreiflich. So unfassbar.

Walter Kubitza-Weitner aus Trier schreibt zum Kriminalfall Tanja Gräff (TV vom 28./29. Mai): Warum schon wieder eine ganze Seite zu diesem schrecklichen Ereignis, zumal kaum über neue Fakten zu berichten ist? Nicht zum ersten Mal habe ich den Eindruck, dass der TV irgendwie seine Seiten voll bekommen möchte. Ich bin aus Aachen nach Trier umgezogen und über Ihre Berichterstattung sehr enttäuscht. Bitte geben Sie sich bei der Auswahl der Themen ein bisschen mehr Mühe.

Lieber Herr Kubitza-Weitner,

vielen Dank für Ihre Mail und den Denkanstoß. Es gibt Leser dieser Zeitung, die sagen: Es reicht, genug berichtet über die arme Tanja Gräff, lasst sie in Frieden ruhen. Das verstehe Weiterlesen

Demokratie wagen – und ertragen!

Cornell Bach aus Trier schreibt: Lügenpresse? Okay, kein schönes Wort. Wie wäre es mit Unterschlagungs- oder Manipulationspresse? Jedenfalls hat der Volksfreund wieder zugeschlagen und einen wichtigen Satz aus der Rede von Joachim Gauck unterschlagen. Stimmt nicht? Dann schauen Sie sich bitte den Anhang an. Oder bin ich einer Medienente aufgesessen?

Sehr geehrter Herr Bach,

danke für den Hinweis und den mitgelieferten „Beweis“, ich zitiere den vermissten Gauck-Satz weiter hinten. Als Ihre Quelle habe ich den Nachrichtensender n-tv.de ausgemacht (Autoren: „hul/AFP“). Sie meinen also, dass der Volksfreund lügt und manipuliert, n-tv dagegen wahrhaftig informiert? Schauen wir uns den Fall an:

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Spaß mit Einstein

Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen. (Albert Einstein, 1879-1955, Physiker)

Guten Tag! Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Hätte ich Spaß dran. Zum Beispiel, wie wohltuend es ist, die Nachrichtenmaschine eine Zeit lang abzuklemmen. Zu verzichten auf all das Gehampel, auf all die Quatscher, Quengler, Querulanten, auf all die Rituale der Empörung im Politstadl und Kulturzirkus. Auf Merkelgabrielseehoferböhmermannerdoganhollandecameronjunckerobamaputinclinton-trumpassadetcpp. Hätte ich Spaß dran.

Oder zu berichten, wie die gewaltigen Aufreger, die pausenlos auf unseren medialen Marktplätzen ausgerufen werden, aus der Ferne betrachtet auf Liliputformat zusammenschnurren. Flüchtlingemietpreisbremsemilchschwemmeglyphosatbauernkrise- altersarmutterrorangstatomkraftwerkcattenometcpp. Hätte ich wirklich Spaß dran.

Oder ein wenig darüber zu philosophieren, was von dem Wort des Aufklärers Immanuel Kant (1724-1804) zu halten ist: Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes, des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn, den allgemeinen Charakter. Wer dagegen nichts sah, was ihn in der Sphäre, worin er lebt, umgibt, hält leicht alles für notwendig und einzig in der Welt, weil es in seiner Heimat dafür gilt.

Ja, ich hätte auch Spaß dran, eine These zu überprüfen, die dem Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) zuschrieben wird: Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Aber: Das ist Ihr Forum. Einstein, siehe oben. Ich freue mich auf frische Fragen!

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Staats… was? Böhmer… wer?

Halb Deutschland (und die ganze Türkei) sitzt beleidigt auf dem Sofa und nimmt übel, heißt es. Staatsaffäre Böhmermann, heißt es. Eine höllisch brisante Causa, heißt es.

Staats… was? Böhmer… wer?

Keine Sorge, ich besinge nicht die Freiheit der Kunst, ich reite keine Paragrafen, ich doziere nicht, was Satire darf und was nicht. Dazu ist alles gesagt, von fast allen. Es nervt.

Eine Staatsaffäre, ha! Macht und Sex. Verrat, Intrigen, Heimlichtuerei. Eifersucht, Drogen, Mord. Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind! Saftige Geschichten, über die sich die Welt erregt – und die manchmal die Welt verändern! Von Kaisern und Konkubinen. Von Päpsten und Mätressen. Von Präsidenten und Prostituierten. Cäsar und Cleopatra. John F. Kennedy und Marilyn Monroe. Bill Clinton und Monica Lewinsky …

Und was haben wir? Ein Gedicht, ein hundsmiserables. Fabriziert von einer Comicfigur, die plötzlich ernst genommen und vom geschmähten Potentaten Erdogan verklagt wird. Wie langweilig. Alltag im globalen Dorf. Alltag im Zeitalter der industrialisierten Unterhaltung.

Das Netz lacht. 24/7, rund um die Uhr, jeden Tag. Witzigkeit kennt keine Grenzen. Klamauk, Geblödel und Allotria. Das Heischen nach Aufmerksamkeit und Gefallen. Firlefanz statt Relevanz. Provokation und Empörung, immer dieselben Rituale.

Kann es sein, dass wir uns zu Tode amüsieren, wie Neil Postman vor Jahrzehnten orakelte?

Kann es sein, dass die medial-satirische Infantilisierung der politischen Debatte den Blick auf die Wirklichkeit verstellt?

Kann es sein, dass die Staatsaffäre Böhmermann womöglich das triviale Sinnbild einer trivialen Gesellschaft ist?

Mehr Fragen und Antworten gibt’s nach meinem Urlaub, in vier Wochen.

Schöne Zeit!

Peter Reinhart

Links? Rechts? Vorne!

Rückblende. 8. Juli 1949, ein besonderes Datum in der Geschichte dieser Zeitung: Der Trierische Volksfreund ist wieder der Trierische Volksfreund.

Von 1938 bis 1945 von den Nazis verboten, weil der Verleger Nikolaus Koch sich gegen die Gleichschaltung gewehrt hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst mit französischer Lizenz als Trierische Volkszeitung neu gegründet, prangt an jenem 8. Juli 1949, einem Freitag (und seitdem an jedem Erscheinungstag), der Traditionsname auf Weiterlesen

Grünfärberei

Heinz Hallermann aus Trier schreibt zur Volksfreund-Ausgabe vom 21. März: Auf Seite drei ein Artikel über den Parteitag der rheinland-pfälzischen Grünen. Darin dieses Zitat eines Politikers: „Wir werden viele unverdauliche Kröten schlucken müssen.“ Er meint wohl, dass seine Partei gezwungen ist, einige ihrer Überzeugungen aufzugeben, will sie an der neuen Landesregierung beteiligt sein. Auf Seite elf im Lokalteil geht es um Krötenschutz: Freiwillige Helfer bringen die Tiere von der Straße, damit sie nicht von Autos überfahren werden, und tragen sie zum Laichgewässer. Die beiden Berichte auf einer Seite, nebeneinander – dazu ist es leider zu spät …

Lieber Herr Hallermann,

witziger Vergleich, frivole Pointe! Die grünen Krötenschlucker, vom Wähler beinahe auf die rote Liste der bedrohten Arten befördert (von 15,4 Prozent auf 5,3 Prozent dezimiert), ähnlich arm dran wie liebestolle Amphibien auf der Asphaltpiste, kurz bevor … wroooooommm!!!

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Angestupst

Haben Sie Lust auf ein Gedankenexperiment? Okay, los geht’s.

Ich verspreche, dass 80 von 100 Menschen, die diese Kolumne lesen, gut drauf sein werden, wenn sie bis zum Ende durchhalten. Na, was tun Sie? Dranbleiben am Text, vermutlich.

Die Entscheidung fällt Ihnen leicht, weil ich Ihre Neugier wecke, weil ich einen Glücksmoment in Aussicht stelle. Und wegen des Nudge. Wegen was?!

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