Lächeln, einfach nur lächeln

Halte Abstand! Huste in die Armbeuge! Gib mir bloß nicht die Hand! In kürzester Zeit schütteln wir unsere jahrhundertelang gepflegte kulturelle Codierung ab – und entwickeln eine neue.

Uuuuuuaaaaaatttschiiiiiii!!!!!!!

Es war der längste und lauteste Nieser, den ich je erlebt habe. Vor etwa zehn Jahren, auf dem Markt in Alt-Delhi, dem Zentrum der indischen Megametropole. Was für ein Gewusel. Stimmengewirr, Musikfetzen, Hupkonzerte. Rikschas, Tuktuks, heilige Kühe. Und Menschen, Menschen, Menschen. Dichtgedrängt. Der Stand eines Gewürzhändlers. Pfeffer, Kardamom, Nüsse, Kräuter, Trockenfrüchte … in Säcken, Schüsseln, Schalen. Herrlich bunte Pracht. Mitten drin in der Menge ein Sikh, zwei Meter groß, mit Turban, er feilscht mit dem Gewürzhändler. Plötzlich niest er. Gewaltig. Hand vorm Gesicht? Nö. Der Urknall aller Tröpfcheninfektionen.

Uuuuuuaaaaaatttschiiiiiii!!!!!!!

Eine unvergessliche Szene. Sie fällt mir ein, während ich darüber nachdenke, wie die Corona-Pandemie den Alltag verändert. Lieber Mr. Singh, wir niesen, husten, schniefen jetzt bitte schön in die Armbeuge!

Eine neue Kulturtechnik. Eine alte, in westlichen Ländern verbreitete, scheint dagegen abgeschafft. Das Händeschütteln, seit der Römerzeit üblich. Zur Begrüßung, zum Besiegeln von Verträgen („Hand drauf!“), um zu erkunden, ob das Gegenüber ein selbstbewusster Typ ist (fester, zupackender Händedruck) oder ein Schluffi (weiches, zartes Tätscheln). Ursprünglich war’s offenbar eine Geste, die signalisieren sollte: Ich habe keine Waffe, du kannst mir vertrauen. Nun ja, Viren sind Waffen, besonders gefährliche sogar. Beim Händeschütteln werden Erreger weitergegeben. Schon immer. Deshalb ist es gut, dass wir es in Europa neuerdings so machen wie die Menschen anderswo auf der Welt: Wir verzichten auf den Handschlag und schenken uns zur Begrüßung ein Lächeln. (Dass sich das mancherorts beobachtete Füßeln durchsetzen wird, bezweifle ich, und das Anstupsen mit den Ellbogen, hoffentlich ohne vorher in die Armbeuge geschnäuzt zu haben, hat wohl auch keine Zukunft).

Andere Länder, andere Sitten. Mir gefällt seit jeher der traditionelle indische Gruß: Handflächen vor der Brust aneinanderlegen, den Kopf leicht nach vorne neigen und „Namaste!“ sagen, „Guten Tag!“. Das passt immer, sogar nachts.

Zum Abschied heißt es bei uns nicht mehr „Auf Wiedersehen!“, „Ciao Ciao!“ oder „Tschö!“, die Leute rufen sich, aus sicherem Abstand, ein „Bleib(t) gesund!“ zu, längst ist die Formel in Briefen und E-Mails zu finden. Wie war das damals noch, vor dem Corona-Stresstest? „Mit freundlichen Grüßen!“, „Herzlichst!“ oder „Hochachtungsvoll!“ Vorbei.

Und wieder einmal lernen wir: Wenn es nottut, schaffen wir es schwuppdiwupp, die teils jahrhundertelang gepflegte kulturelle Codierung abzuschütteln. Bemerkenswert.

Namaste, bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Wir lernen und lernen und lernen

Die Zeiten sind aufregend. Ja, wir sitzen in der Grütze, aber da werden wir uns herausarbeiten. Ganz sicher. Nerven behalten.

Wenn wir uns aus der Grütze herausgearbeitet haben, wird die Welt eine andere sein. Wieder einmal. Wie nach der Pest, der Cholera, den Pocken. Wie nach Kriegen, wie nach Hungersnöten, wie nach Atomunfällen. Krisen verändern die Welt. Meist zum Positiven. Ich bin zuversichtlich.

Gab es das jemals, dass Milliarden Erdlinge kollektiv solche Einschränkungen erduldet haben, um uns alle und besonders eine Risikogruppe – die Alten und Geschwächten – vor einer Virusinfektion zu schützen? Nein, das gab es noch nie. Ein gewaltiger zivilisatorischer Fortschritt. Großartig.

Also. Jetzt gerade, tief in der Grütze, lernen wir. Manches verstehen wir, anderes nicht, wir sammeln Erfahrungen. Und bald, wenn das Schlimmste überstanden ist, werden wir die Lernchancen, unser frisch erworbenes Wissen, nutzen.

Erst einmal lernen wir ganz praktisch, was soziale Distanz ist. Zwei Meter Abstand voneinander halten, keine Kontakte. Wir lernen, was ein Lockdown oder Shutdown ist. Alles stilllegen, alles schließen, bis auf das unerlässlich Notwendige. Wir lernen, was Virologie ist, was eine Epidemie von einer Pandemie unterscheidet, was die Exponentialkurve verrät.

Wir lernen einiges über das globale Dorf, in dem wir leben, besser: Wir erinnern uns. Wir erinnern uns, dass Not erfinderisch macht. Wir erinnern uns, dass wir extrem gut darin sind, uns an schwierige Bedingungen anzupassen. Wir erinnern uns, dass wir soziale Wesen sind, die sich helfen, zusammenhalten, unterstützen. (Die meisten. Manche leider nicht, die bringen andere in Gefahr, feiern Corona-Partys, saugen reihum an der Shisha, hamstern Regale leer. Ignoranten, Egoisten, Dumpfbacken – die üblichen Verdächtigen seit je.)

Wir lernen, wie sehr es auf Kommunikation ankommt, auf die Tonalität, auf einzelne Wörter. Die Angst vor der Angst ist ansteckender als jedes Virus. Ich habe neulich und vorneulich und vorvorneulich darüber geschrieben. Bringt nix. Ist irrational. Deshalb umso wichtiger, für Politiker, für Wissenschaftler, für Journalisten: nicht von Krieg und Untergang und Panik faseln, sondern konstruktiv argumentieren, aufklären, erklären; nicht pausenlos Alarm schlagen, sondern Mut zusprechen; nicht nur sagen, was (momentan) nicht geht, sondern was geht.

Was geht, sehen wir. Zum Beispiel, was die Digitalisierung bewirkt. Was wir erreichen und bewegen dank der Vernetzung über das Internet. Der Transfer von Wissen: läuft. Wir arbeiten von zu Hause aus: läuft. Wir kaufen online ein: läuft. Schüler und Studenten lernen online: läuft. Alles anders als gewohnt, aber es läuft. Diese Erfahrungen werden unsere Lebensweise verwandeln.

Ach ja, dass Wichtigtuer und Durchgeknallte das Netz mit Falschmeldungen und Unfug zukleistern, war zu erwarten. Mein Tipp: ignorieren, distanzieren. Fake-News und Viren lassen sich nur stoppen, wenn man sie nicht weiterverbreitet.

Alles wird gut. Wir lernen und lernen und lernen. Manches verstehen wir, anderes nicht. Das Rätsel der Klopapier-Hysterie wird womöglich nie gelöst.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Beweise? Kein Problem!

Sagen Sie mal, fragt ein Leser, statistisch betrachtet sterben doch viel mehr Deutsche an den Folgen des Rauchens und des Saufens als am Coronavirus. Warum redet keiner über so etwas?

Hmm. Mit Statistik lässt sich alles beweisen. Und das Gegenteil. Politiker, Lobbyisten, Wissenschaftler dröhnen uns Tag für Tag zu mit Zahlen und Daten und Studien und Prognosen, samt Risiken und Nebenwirkungen. Sie interpretieren und instrumentalisieren und gründeln aus dem Material heraus, was ihnen nützt und ihre Interessen befördert. Würde natürlich keiner zugeben …

Ginge es nach der Statistik, hätte ich jetzt, am Donnerstagabend, genug Zeit, darüber zu schreiben. Hätte ich, habe ich aber nicht, weil das Nachrichtenmonster kaum zu bändigen ist und Corona-News im Minutentakt ausspuckt. Keine Zeit für sonst was … außer … ha, das wollte ich sowieso mal erzählen:

Der US-Schriftsteller Don Winslow, dafür bekannt, dass er den Stoff für seine Romane bestens recherchiert, hat 2017 einen Polizei-Thriller mit dem Titel Corruption veröffentlicht. Darin eine Passage, an die ich immer wieder denke, wenn irgendwer mit irgendeiner Statistik um die Ecke kommt. Die Szene mit dem idealistischen New Yorker Cop Malone und seinem korrupten Chef Sykes ist Fiktion, und doch … so könnte es im richtigen Leben auch sein:

„Ich möchte, dass Sie rausgehen und Verhaftungen vornehmen“, sagte Sykes. „Unsere Zahlen im Bereich Crack sind zufriedenstellend, aber die Zahlen im Bereich Heroin sind suboptimal.“

Die sind verliebt in ihre Zahlen, diese Schreibtischstrategen, sagte sich Malone. Sie glauben, mit Zahlen kann man alles beweisen. Und wenn die Zahlen nicht passen, werden sie passend gemacht.

Ihr braucht Erfolgsmeldungen? Die Zahl der Gewaltverbrechen ist gesunken.

Die Mittel reichen nicht? Es gibt bald mehr Geld.

Ihr braucht Festnahmen? Dann nehmt alles fest, was euch über den Weg läuft, auch wenn es nie zum Verfahren kommt. Hauptsache, die Zahl der Festnahmen steigt.

Ihr braucht Beweise für den sinkenden Drogenkonsum? Kein Problem. Lasst eure Leute Drogen suchen, wo keine sind.

Die andere Methode, Zahlen zu schönen, besteht darin, Straftaten zu Ordnungswidrigkeiten runterzustufen. Aus „schwerem Raub“ wird „einfacher Diebstahl“, aus „Einbruchsdiebstahl“ wird „Hausfriedensbruch“, aus „Vergewaltigung“ wird „sexuelle Belästigung“.

Und siehe da – die Kriminalität sinkt.

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Denken Sie jetzt bitte bitte bitte nicht an einen rosa Elefanten!

Und wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt?

Ja, wenn! Dann könnte … dann hätte … dann wäre …

Es ist zum Verzweifeln. Auf einmal haben alle Angst, heißt es. Noch mehr Angst als ohnehin. Panische Angst. Hysterische Angst. Es ist der Horror, dröhnt es irgendwo. Alarm, Alarm! Die Virus-Krise! Schrecklich!

Hallo?! Was macht das mit Ihnen, wenn Sie in diesen Tagen die Nachrichten lesen, sehen, hören?

Ich sage Ihnen, was es mit mir macht: nix. Außer: Es nervt. Weil: Es ist immer dasselbe.

Da taucht aus dem Nichts ein Riesending auf, fremd und bedrohlich, das Hechel-hechel-Live-Eilmeldungs-Extrasendungs-Breaking-News-hechel-hechel-Fieber steigt, es löst einen kollektiven Angstschrei aus, nach einiger Zeit beginnt die Verdrängung, die Gewöhnung, aus den Augen, aus dem Sinn, aus dem Bewusstsein, und aus dem Nichts taucht das nächste Riesending auf. Tausendmal erlebt.

Klar: Wir wollen Information. Wir wollen so viel wie möglich in Erfahrung bringen (um uns wappnen zu können); je mehr wir wissen, desto mehr gruseln wir uns: Kann es mich treffen? Ja. Kann passieren. Kann. Aber es ist nicht die Apokalypse. Die Welt dreht sich weiter. Alles schlimmer als je zuvor? Natürlich nicht. Leben ist immer lebensgefährlich (Erich Kästner).

Das Verrückte: Egal, ob wir in der Zeitung schreiben, dass jemand Angst vor dem Coronavirus hat, oder ob wir in der Zeitung schreiben, dass niemand Angst vor Coronavirus hat – nur ein Wort bleibt hängen: Angst.

Wenn wir schreiben: Es gibt ­KEINEN Grund zur Sorge, bleibt hängen: Sorge. Wenn wir schreiben: Es gibt KEINEN Grund zur Panik, bleibt hängen: Panik. Wenn wir schreiben: Es gibt KEINEN Grund für Hamsterkäufe, flitzen die Leute in die Geschäfte und räumen die Regale leer.

Eine List der Psyche. Probieren Sie mal aus, ob Sie dieses kleine Experiment meistern: Denken Sie jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten. Noch einmal: NICHT an einen rosa Elefanten denken. Wetten, dass Sie es doch tun?!

„Welches ist der widerstandsfähigste Parasit? Ein Bakterium? Ein Virus? Ein Darmwurm? – Ein Gedanke! Resistent, hochansteckend. Wenn ein Gedanke einen Verstand erst mal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn wieder zu entfernen.“ (Leonardo DiCaprio als Dominick „Dom“ Cobb im Science-Fiction-Film „Inception“)

Danke, Hollywood, danke, Wissenschaft, für diese Erkenntnis: Infektiöser als jede Krankheit ist der bloße Gedanke daran. Angst erzeugt Angst, erklärt der Neurobiologe und Autor Henning Beck. Geteilte Angst ist doppelte Angst. Ein uraltes Verhaltensmuster.

Auf Schritt und Tritt waren die Jäger und Sammler der Vorzeit tödlichen Gefahren ausgesetzt. Sie überlebten, weil sie Nachrichten austauschten und lernten, sich vor Ungemach zu schützen. Wie entzünde ich ein Feuer? Wo ist die nächste Quelle? Warum sollte ich davonlaufen, wenn eine hungrige Raubkatze naht?

Alles, was anders ist als der Alltag, signalisiert: Gefahr! Es ist wichtig, die Dinge zu bewerten und zu sortieren und zu ordnen, damit die chaotische Welt ein bisschen übersichtlicher wird. Für die Altvorderen, die durch die Savanne wetzten, zum Beispiel: Ein wütendes Nashorn ist gefährlicher als ein vollgefressener Löwe ist gefährlicher als eine träge Schlange ist gefährlicher als ein lahmer Affe ist gefährlicher als eine freche Biene ist gefährlicher als ein Marienkäfer. Manchmal ändert sich die Reihenfolge, dann ist eine freche Biene, die sich direkt vor meiner Nase beim Pollensammeln gestört fühlt, gefährlicher als ein vollgefressener Löwe, der weit entfernt unter einem Baum in der Mittagssonne döst. Wer solch eine Liste der gefährlichen Tiere kennt, hat es im Leben leichter als jemand, der ahnungslos ist.

An der Wissbegier des Homo sapiens hat sich nichts geändert. Heute verbreiten Milliarden Erdlinge Milliarden Informationen. Gerüchte rasen in Echtzeit durch die sozialen Netzwerke. Jeder weiß sofort alles. Oder nichts. Um zu sortieren und einzuordnen, braucht‘s emotionale Distanz und kühle Analyse. Also: entschleunigen; nicht in Hektik verfallen, wenn die Lage verzwickt ist; berichten, was ist, nicht was sein könnte; das nervöse Gezappel aus dem Netz nicht ungeprüft zur Nachricht aufblasen. Ganz altmodisch: erst denken, dann reden.

Logisch, oder? Vernünftig, oder? Und doch: Wenn es brenzlig wird, ist’s vorbei mit der Logik und der Vernunft. Ob sich die Menschen vor Atomkriegen oder Spinnen oder Terroristen oder Viren ängstigen, ganz gleich, in welcher Kultur, in welchem Winkel der Welt – der unmittelbare Reflex ist gleich und in unseren Steinzeit-Gehirnen programmiert: Der Körper setzt Stresshormone frei, beschleunigt den Herzschlag, wir reißen die Augen auf, ergreifen die Flucht. Was uns ängstigt, hängt auch davon ab, wie die anderen sich verhalten. Wir lassen uns emotional anstecken. Der Herdentrieb!

Wir ticken so, weil sich das in der Evolution als Überlebensstrategie erwiesen hat, sagt der Philosoph Rolf Dobelli: „Angenommen, Sie sind vor 50 000 Jahren mit Ihren Jäger-und-Sammler-Freunden in der Serengeti unterwegs, und plötzlich rennen Ihre Kumpels davon. Was tun Sie? Bleiben Sie stehen, kratzen sich die Stirn und überlegen, ob das, was Sie sehen, nun wirklich ein Löwe ist oder nicht vielmehr ein harmloses Tier, das wie ein Löwe aussieht? Nein, Sie spurten Ihren Freunden hinterher, so schnell wie möglich. […] Wer anders gehandelt hat, ist aus dem Genpool verschwunden.“

Ach du meine Güte. Was könnte … was hätte … was wäre … aus uns geworden, gäbe es die Angst und die Angst vor der Angst nicht.

Hurra, wir leben noch! Und jetzt vergessen Sie bitte bitte bitte diesen komischen rosa Elefanten …

Bleiben Sie munter!

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Gefangen in der Matrix

Bar jeder Vernunft: Irgendwo passiert unsagbar Trauriges, unfassbar Entsetzliches, unheimlich Gefährliches. Alle stürzen sich darauf, jeder will wissen, was los ist, blitzartig verbreiten sich Meldungen – und Falschmeldungen. Je unübersichtlicher die Lage, desto irrer und wirrer die Spekulationen, die Gerüchte, die Verschwörungsfantasien.

Im Internet steht‘s, hundertfach, tausendfach verlinkt und geteilt. Stimmt also, sagen manche. Muss stimmen. Die Fotos und Videos beweisen es. Brisante Infos. Und in den Systemmedien, im Volksfreund, kein Wort davon. Zensur! Leute, Leute …

Gerade ist es mal wieder sehr unübersichtlich.

Der Anschlag in Hanau: eine Geheimdienstaktion, um der AfD zu schaden, raunt das Netz, vielleicht auch ausländische Clans, ein Bandenkrieg.

Die Auto-Attacke auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen: islamistischer Terror, raunt das Netz.

Das Coronavirus: eine Bio-Waffe aus chinesischen Hochsicherheitslaboren, raunt das Netz, oder von Pharmafirmen freigesetzt, um das Geschäft mit Medikamenten anzukurbeln.

Ja, ja, das Netz … es ist voll von Fake-News. Mal als Satire inszeniert, mal in der Absicht, Stimmung zu machen, Hass zu säen, die öffentliche Meinung zu manipulieren, mal einfach nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Masche zieht: Viele Nutzer fallen darauf herein, sie werden ängstlich, hysterisch, wütend. 

Schreiben Sie endlich, was dahintersteckt, verlangt ein Volksfreund-Leser, er habe die Tatsachen selbst im Internet recherchiert. Ein anderer meint, er sei gezwungen, sich im Ausland zu informieren, um die Wahrheit zu erfahren, die deutschen Medien dürften ja nicht berichten, was Sache ist – danke, Merkel! Und so weiter.

Das Netz ist eine Lügenmaschine: fingierte Nachrichten, wabernde Gerüchte, verkürzte Zitate, aus dem Zusammenhang gerissene Videos und Fotos – fertig ist die Verschwörungsfantasie. Manche Menschen fühlen sich von Fake-News bestätigt, weil die in ihr Weltbild passen. Etwa so: Die Regierung betuppt uns, große Konzerne unterjochen uns, die Medienfuzzis in Deutschland sind eh „von oben“ gesteuert und vertuschen, was wirklich geschieht. Siehste!

Die Fake-News-Fans vertrauen anonymen Webseiten, die keine Quellen nennen und wild spekulieren, mehr als Reportern und Polizisten, die vor Ort arbeiten. Und basteln sich, gefangen in der Matrix, eine alternative Version der Realität.

Beste Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Boah ey! Sagen, was Sache ist, oder: Von der Ehre, ein Ehren-Ruhri zu sein …

Ich bin gerührt. Ehrlich. Ich bin jetzt nämlich ein Ehren-Ruhri. Ein Ehren-Ruhri?! Wasndasn? Augenblick, gleich mehr dazu.

Das Schöne am Journalismus ist ja, dass nie Langeweile aufkommt. Jeder Tag bringt unglaubliche Überraschungen, jeder Tag bringt verrückte Nachrichten, jeder Tag bringt erstaunliche Erkenntnisse. Und es gibt nichts, was es nicht gibt.

Einfach spektakulös. Das, was passiert, und das, was passiert, wenn über das, was passiert, berichtet wird, wenn davon erzählt wird, wenn darüber diskutiert wird – mit anderen Worten: was selbst klitzekleine Kolumnen wie diese beim hochverehrten Publikum (also Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser) auszulösen vermögen.

Die einen lachen, die anderen weinen. Manche schimpfen wie die Rohrspatzen, manche machen einen Heiratsantrag …

Genug der Vorrede. Winfrid Heinen aus Leiwen, 79 Jahre jung, Journalist, Autor, Unternehmer, Erfinder, Traubenkern-Guru, Weinkenner, Weltverbesserer und treuer Volksfreund-Leser, geboren und aufgewachsen in Essen, vor Jahrzehnten an die Mosel gezogen, hat mich zum Ehren-Ruhri gekürt.

Ich bin baff.

In der Urkunde, die er mir überreicht hat, findet sich die Erklärung: „Ruhrgebietsmenschen, die sich selbst gern Ruhris nennen, sind stolz darauf, die Dinge des Lebens ohne Umschweife, Schönreden, Verdrängen und Auf-die-lange-Bank-Schieben nach klassischer Ruhri-Devise ,Sagen, was Sache ist’ direkt und geradlinig anzupacken. Peter Reinhart ist in mehr als 600 Folgen seiner Kolumne Forum auch bei kritischen Themen […] seinem Schreibstil klarer Aussagen und deutlich definierter, journalistischer Ethik treu geblieben. Offensichtliche Leitlinie des Autors sind Wahrheit […] und Klarheit. […] Da er sich – mit hoher sprachlicher Qualität, gelegentlich wortschöpferisch, aber immer treffend auf den Punkt gebracht – sowohl durch Geradlinigkeit als auch durch Herz und Verstand auszeichnet, wird Peter Reinhart hiermit zum Ehren-Ruhri ernannt.“

Hmm. Ich schweige ergriffen und überlasse Winfrid Heinen das Terrain. Auszüge aus seiner Laudatio:

„Die Faszination des Gedruckten ist das, was Peter Reinhart und mich verbindet – und offensichtlich allen Menschen nutzt: Europäische Leseforscher haben Studien mit 170 000 Teilnehmern in 30 Ländern ausgewertet – mit einem eindeutigen Ergebnis: Gedruckte Information wird wesentlich besser aufgenommen, verarbeitet und verinnerlicht, als Display- oder Bildschirmtext. Der für seine Weisheit geachtete 83 Jahre alte Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der auch mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, hat die positive Wirkung des Gedruckten aus eigener Autoren-Erfahrung in einem Kernsatz auf den Punkt gebracht: ,Lesen ist ein Motor des Fortschritts.’

Gedrucktes von Peter Reinhart begeistert Leserinnen und Leser durch den großen Wortschatz, der von Wörtern gehobener Sprache bis zu umgangssprachlichen Formulierungen reicht, sowie durch originelle Wortschöpfungen wie in der Forum-Folge 609 mit dem Titel ,Sozialer Klebstoff’. Da geht es um Pressetexte zum Klatsch über Promi-Lieben und -Dramen: ,Herzschmerzschluchz’ ist das Kennwort, mit dem Peter Reinhart Reaktionen bei der Lektüre definiert.

Ob Klatsch oder ernsthaft-strittige Themen wie Klimawandel oder wachsende Hass- und Gewaltbereitschaft – Geradlinigkeit ist publizistische Leitlinie aller Reinhart-Foren.

,Sagen, was Sache ist’ gilt im Ruhrgebiet als wichtige Grundlage menschlichen Miteinanders. Eine Anekdote zu diesem Leitsatz: Als junger Journalist habe ich mich mit Elke Heidenreich in Essen über die Besonderheiten der Menschen aus dem Revier unterhalten. Jahre später, als ich an der Mosel wohnte und Elke Heidenreich in Baden, inzwischen unter anderem als Komödiantin (Else Stratmann) und Autorin berühmt geworden, hörte ich in einem Radio-Interview mit ihr die Frage, ob sie nach ihrem Umzug an den Rhein etwas vermisse. Ihre Antwort: ,die Direktheit der Ruhrgebietsmenschen’.

Mit dieser Geradlinigkeit formuliert: Ich freue mich Woche für Woche auf die Lektüre des Forums, das informativ, verständlich und impulsgebend ist. Mein Kommentar nach Ruhri-Art: Boah ey!

Und so überreiche ich – vor ernstem Hintergrund, aber mit ein wenig Spaß – meine Ruhri-Ehrenurkunde, die schon Politikerinnen und Politiker erhalten haben, mit herzlichem Glückauf zum ersten Mal an einen Publizisten: an Peter Reinhart.“

Ich danke, lieber Herr Heinen, zu viel der Ehre, zu viel – ausnahmsweise bin ich sprachlos …

Beste Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Schiefe Bilder, schräge Vergleiche

Eine glücklose Politikerin kündigt ihren Rücktritt an – und löst eine mediale Mobilmachung aus. Was ist da los?

Nicht zufällig, diese Metaphorik: Machtkämpfe. Himmelfahrtskommando. Scheingefechte. An vorderster Front. Grabenkämpfe. Systematisch sturmreif geschossen. Dem Feuer zu lange ausgesetzt. Selbstzerstörungsmodus. Sekundärexplosion. Quälender Rück­zug. Todesstoß versetzt.

Bilder aus dem Krieg. Sprachbilder, die signalisieren: Es geht um Sein oder Nichtsein, um existenzielle Fragen, um eine schreckliche Tragödie. Oder etwa nicht?

Ich habe die martialischen Metaphern dieser Tage in Berichten und Kommentaren, in Analysen und Statements gelesen, gehört. Und einfach aneinandergereiht. Fertig ist die Mini-Biografie der glücklosen Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK. Von ihr und ihrem angekündigten Rücktritt als Parteivorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands ist die Rede in den Berichten und Kommentaren, in den Analysen und Statements: Verloren. Gestürzt. Zu Fall gebracht. Demontiert. Aufgerieben. Zerrieben. Versenkt.

Sprache ist Macht. Sprache beeinflusst unser Denken, ganz subtil. Menschen manipulieren Menschen – mit Wörtern, mit Metaphern, die uns helfen, komplizierte Vorgänge und komplexe Sachverhalte zu verstehen und Unverständliches in Verständliches zu übersetzen, die zugleich einen Rahmen für die Deutung von Ereignissen vorgeben: wie wir sie bewerten, wie wir die Welt wahrnehmen, wie wir uns darin bewegen.

Bewusst oder unbewusst: Je dramatischer die Entwicklung, desto drastischer die Sprache, die Metaphorik, die wir verwenden, um die Lage zu beschreiben, einzuordnen. Der Abgang von AKK – für manche Beobachter anscheinend so schlimm wie Krieg.

Echt jetzt?! Lausche ich anderen Interpreten, handelt es sich bloß um ein Beben, das die Demokratie erschüttert; bloß um eine Partei in schwerer See, der Kurs unklar, weil ein Fels in der Brandung fehlt; bloß um die übliche Salamistrategie im Pokerspiel. Ziemlich schräg …

Immerhin, es klingt für das Publikum nicht so furchterregend wie die Wortwahl der, ähm, Kriegstagebuchschreiber. Was noch? Ach ja: Polit-Analysten, die sportliche Vergleiche heranziehen: Für AKK ist das Rennen gelaufen, AKK geht k.o., AKK wirft das Handtuch – halt, stopp! Eine schiefe Metapher! Nicht der angeschlagene Boxer wirft das Handtuch, sein Betreuer tut das; es ist das Zeichen für den Ringrichter: Brich ab, mein Kämpfer ist am Ende, wir wollen den Knockout verhindern!

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Die Macht der Bilder

Fakt oder Fake? Wo führt das hin, wenn wir uns immer erst fragen müssen, ob das, was wir sehen und hören, wahr ist oder gefälscht?

Mamma mia! Das ist nicht wirklich passiert, oder? Bestimmt eine Satire, eine Clownerie, aufgeführt von Schauspielern, täuschend echt, eine fabelhafte Nummer … oder etwa … nein,  das kann nicht sein. Tja. Kann doch.

Es geschieht in Washington, und die Welt ist live dabei: Nancy Pelosi, 79 Jahre alt, Demokratin, Sprecherin des Repräsentantenhauses, zerreißt das Manuskript, von dem Donald Trump, 73 Jahre alt, Republikaner, Präsident der Vereinigten Staaten, seine Rede zur Lage der Nation abgelesen hat. Sie zerreißt das Manuskript langsam, genüsslich. Hernach sagt sie, es sei das Höflichste gewesen, was ihr eingefallen sei, angesichts des Gebarens von Mr. President. Der hatte seiner Lieblingsfeindin zuvor den Handschlag verweigert und sich selbst als größten Staatsmann aller Zeiten gelobt.

So what?! Realpolitik. Und kein Fake. Das ist in diesen aufgeregten Zeiten ja auch schon eine Nachricht. Die Bilder lügen (diesmal) nicht.

Anders im vorigen Herbst: ein Auftritt von Nancy Pelosi, gefilmt und ins Netz gestellt, millionenfach geteilt. Sie spricht undeutlich, als sei sie verwirrt oder beschwipst. Ein Fest für die Trumpianer! Sie feixen und juchzen: Nancy Pelosi nicht zurechnungsfähig! Journalisten recherchieren: Das Lall-Video ist manipuliert, die Fälscher haben die Abspielgeschwindigkeit heruntergefahren. Cheap Fake nennen die Programmierer so etwas, eine billige Fälschung. Viel raffinierter: die sogenannten Deep Fakes – mit künstlicher Intelligenz oder maschinellem Lernen produzierte Videoclips, in denen Menschen etwas tun oder sagen, was sie nicht getan oder gesagt haben. Wirkt authentisch. Die Bewegungen. Die Sprache. Die Lippen synchron zum Text …

Wo führt das hin, wenn wir uns immer erst fragen müssen, ob das, was wir sehen und hören, wahr ist oder gefälscht? Die Bilder von Menschen, die in China auf der Straße tot umfallen, vom Coronavirus dahingerafft. Wahr oder gefälscht? Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der in einem Fernsehinterview verkündet, er greife jetzt nach der Weltherrschaft („Wer die Daten kontrolliert, kontrolliert die Zukunft“). Wahr oder gefälscht?

Die klassische Lüge, der Trump’sche Fake – plump und archaisch gegen die neuesten Tricks der digitalen Täuschungsindustrie, die Millionen und Abermillionen Menschen mit der Macht der Bilder narrt und in unserer hypernervösen Epoche für Schnappatmung sorgt.

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Sozialer Klebstoff

Wer mit wem? Seit unsere Ahnen von den Bäumen herabgestiegen sind, gibt es Klatsch und Tratsch.

Oh là là! Die Liebe! Kate und William, Meghan und Harry, die Royals. Katarina und Marco, die Politikerin und der Sportler. Opa Hans und Oma Käthe, die diamantenen Hochzeiter. Sie alle erzählen uns in der Zeitung aus ihrem Leben. Leidenschaft und Lust, Glück und Unglück. Ach, wie herrlich das menschelt. Herzschmerzschluchz.

Geht gar nicht, sagen manche Leser. Was soll dieser Mist? Gequirlte Sch… Bitte keine Gefühle, nur Fakten. Um Klatsch und Tratsch sollen sich die Revolverblätter kümmern.

Tja, ob es uns gefällt oder nicht: Nichts interessiert den Menschen so sehr wie der Mensch. Daran hat sich nichts geändert, seit unsere Ahnen von den Bäumen herabgestiegen sind. Überleben konnte nur, wer das Sozialgeschehen in der Horde verstand: Wer ist wichtig? Wer paart sich mit wem? Wer ist mit wem verbündet, wer zerstritten? Die Anthropologen sagen: Erst gab es das wechselseitige Lausen, so bahnten die Altvorderen Freundschaften an, pflegten sie, führten sie vor. Als die Horden größer wurden und das Dasein komplexer, reichte die Pelzpflege nicht mehr. Homo sapiens entwickelte eine andere, eine fabelhafte Form der Kommunikation: Sprache.

Öffentlich verhandelt werden von alters her die Heldentaten der Reichen, Schönen und Berühmten. Die Irrungen und Wirrungen, die Höhenflüge und Abstürze, die Eskapaden und Skandale der erstbesten Gesellschaft. Geld. Macht. Sex. Das Publikum ergötzt sich in klammheimlicher Freude. Die einen leiden mit, die anderen lästern: Sieh an, die Hochwohlgeborenen plagen sich mit denselben Ränkespielen wie Frieda Krabautzke aus der dritten Etage!

Der Schriftsteller Truman Capote, ein Meister der Gesellschaftsreportage, sagte: „Was auf Gottes weiter Erde ist Anna Karenina oder Krieg und Frieden oder Madame Bovary, wenn nicht Klatsch?“ Inmitten all der deprimierenden Neuigkeiten aus dem Weltdorf, die Tag für Tag die Nachrichtenlage beherrschen, sorgen die Umtriebe der High Society für Ablenkung. Weil man sich schön darüber aufregen kann, weil man sich amüsiert, weil man sich wegträumt …

Der legendäre Münchner Gesellschaftsreporter Michael „Baby Schimmerlos“ Graeter beschrieb das Phänomen so: „Klatsch gibt es seit Adam und Eva – die Schlange und der Apfel. Klatsch ist mächtig – über das Gspusi zwischen Cäsar und Kleopatra spricht man noch heute. Wir brauchen den Klatsch. Er ist unser sozialer Klebstoff, so überlebenswichtig wie das Atmen.“

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur

Ha, was für eine Motzgurke!

Was Sie schon immer über Meinungsfreiheit wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten …

Es ist und bleibt kompliziert. Manche Menschen meinen, dass sie ihre Meinung in Deutschland nicht sagen dürfen. Dies beklagen sie zum Beispiel in Leserbriefen. Sie sagen öffentlich, dass sie meinen, dass sie ihre Meinung nicht sagen dürfen. Sie nutzen die Freiheit der Meinung, die es nach ihrer Meinung nicht gibt.

Andere Menschen meinen, es wäre besser, wenn manche Menschen ihre Meinung nicht sagen dürften, weil diese Meinung total anders, total falsch, total unsagbar sei. Sie nutzen die Freiheit, ihre Meinung zu sagen, und wollen anderen, die eine andere Meinung haben, untersagen, ihre Meinung zu sagen.

So, bevor wir das Hirn noch mehr verzwirnen: Die Meinung ist frei, und ich halte es aus tiefster Überzeugung mit dem Aufklärer Voltaire (1694-1778): Ich mag verdammen, was Sie sagen, aber ich werde alles dafür tun, dass Sie es sagen dürfen!

Immer noch zu kompliziert. Ich versuche es mit einer Metapher. Die Redaktion ist, was Leserbriefe angeht, unparteiisch. Wie ein Schiedsrichter im Fußball, der dafür sorgt, dass die Regeln beachtet werden, der aufpasst, dass keiner über die Stränge schlägt, der Fouls ahndet – und ansonsten „Luft“ ist.

Der Schiri, nennen wir ihn Voltaire, hat selbstverständlich eine eigene Meinung, doch er behält für sich, wie er das Spiel und die Spieler einschätzt. Es kommt nicht darauf an, ob der Kick ihm gefällt oder nicht. Er denkt sich sein Teil.

Vielleicht so: Boah, was für ein Traumtor! Uuih, eleganter Vortrag! Nee, da verdribbelt und verzettelt sich einer gewaltig! Ach, wie müde, nimm mal Tempo auf, Junge! Oh je, das sieht nach Stress und einem Hochrisikospiel aus! Ha, was für eine Motzgurke, ganz schön frech, holzt heftig rum, zu aggressiv, muss ich abpfeifen! Rote Karte!

Für Voltaire, den Spiel-Manager, sind sie alle gleich, er lässt sie gewähren, bis  zur Schmerzgrenze. Die Schlauen, die Oberschlauen, die Schnellen, die Langsamen, die Konservativen, die Revoluzzer …

Und was ist mit den Ewiggestrigen, die neuerdings wieder von der rechten Außenlinie attackieren? Die mit der Fascho-Taktik? Vom Platz stellen? Lebenslang sperren? Dann würden sie woanders kicken, in dieser komischen Facebook-Liga, ohne Schiedsrichter, ohne Kontrolle, und dem Publikum etwas vorgaukeln.

Voltaire meint: Klüger ist’s, sie im Blick zu haben, auf meiner Spielwiese, und ihr Gebolze zu beobachten – jeder soll sich davon überzeugen, was das für eine Truppe ist.

Herzliche Grüße

Peter Reinhart

Stellvertretender Chefredakteur