Alles nur geklaut

Mehrere Leser wollen wissen, warum am vergangenen Montag in der Bild-Zeitung ein Foto mit Verweis auf die Quelle Trierischer Volksfreund erschienen ist.

Liebe Leser,

Kollegenschelte in der Öffentlichkeit ist eigentlich nicht mein Ding. Jeder Journalist, jedes Medium legt für sich handwerkliche und ethische Standards fest. Was kann, was darf, was muss berichtet werden? Und wie? Es gehört zum Job, immer wieder zu prüfen, ob die eigenen Ansprüche stimmig und zeitgemäß sind – und ob sie eingehalten werden.

Niemand ist vollkommen. Fehler passieren. Aus Nachlässigkeit, aus Versehen, aus Unkenntnis, aus Trotteligkeit, aus Unfähigkeit. Namentlich ein Blatt, das sich zum Gewissen der Nation stilisiert, begeht Fehler jedoch offenkundig mit System. Vorsätzlich und arglistig. Und deshalb rege ich mich über die Bild-Zeitung auf.

Der Fall: Ein Trierer Kommissar bringt in Saarlouis seine kleine Tochter und sich selbst mit der Dienstwaffe um. Ein grausiges Verbrechen. Wir Weiterlesen

Macht, Medien und Moral

Zur Kredit- und Medienaffäre des Bundespräsidenten melden sich zahlreiche Leser mit Fragen und Kritik. – Auszüge:

Peter Frisch aus Kasel meint: Nur eine Anmerkung zur Hetzjagd auf unseren Bundespräsidenten. In fast allen Medien ist es anscheinend angesagt, sich an der Zerstörung des Menschen Wulff zu beteiligen. Ich finde es schrecklich, dass so einseitig berichtet wird mit hasserfüllten Aussagen der selbst ernannten Moralwächter.

Weiterlesen

Brille ab, Hose auf – eu, eu!

Nanu, was soll denn das schon wieder? Brille ab, Hose auf – eu, eu! Nicht was Sie jetzt vielleicht denken. Die Auflösung folgt. Lassen Sie sich überraschen.

Zunächst einige Auszüge aus, ähem, Brandbriefen, die jüngst in der Redaktion eingetrudelt sind. Geschrieben von armen Menschen. So arm, dass sie nicht einmal einen Namen haben. Geschweige denn Weiterlesen

Warum das Maya-Menetekel nervt

Gabriele Schabbach-Schuh aus Morbach schreibt: Schon seit langem ist sie angelaufen, die Maschinerie Weltuntergang. Mit Entsetzen habe ich in den letzten Tagen Meldungen verfolgt, die darauf abzielen, die Menschen auf den 21. Dezember 2012 vorzubereiten: den Tag des Weltuntergangs.

Mit Angst wird der Mensch gefügig gemacht, das war schon immer so und wird schon sehr lange erfolgreich angewandt. Aber was bedeutet es nun, das Ende des Maya-Kalenders? Das Wort Maya Weiterlesen

Buchstabenlawine im Olympiabad

Friedhelm Oeffling aus Bitburg schreibt: Ihre Zeitung ist recht interessant und aufwendig gestaltet, aber warum investieren Sie nicht ein paar Euro in ein vernünftiges Rechtschreibprogramm, damit die Ausgaben ohne beziehungsweise mit weniger Fehlern zu den Lesern kommen?

Lieber Herr Oeffling,
vielen Dank für Ihren Brief. Eins fünf null null null null null null null. Das ist nicht die Nummer gegen Kummer und nicht die telefonische Fehler-Seelsorge. Sondern, grob überschlagen, die Zahl der Buchstaben, die jedes Jahr im Volksfreund gedruckt werden: 150 Millionen.

Die Kalkulation basiert auf Durchschnittswerten: täglich 75 Seiten mit allen Lokalausgaben, davon zwei Drittel redaktionelle Inhalte, davon wiederum zwei Drittel Text; pro Seite etwa 10.000 Buchstaben, Weiterlesen

Rauchende Colts

Kristina Punze macht darauf aufmerksam, dass in der Berichterstattung über (vermeintliche) Straftaten genau auf das Vokabular zu achten ist. Beispiele:

Wenn von einer vorgetäuschten, also frei erfundenen Vergewaltigung die Rede ist, gibt es keinen Täter und kein Opfer – es ist ja nichts passiert. Wenn das Mannheimer Landgericht urteilt, der Wettermoderator Jörg Kachelmann habe seine Ex-Freundin nicht vergewaltigt, darf nicht von Täter und Opfer gesprochen werden. Die Polizei in Sigmaringen hat kürzlich den „Anwalt des Opfers im Weiterlesen

Arsch huh, Zäng ussenander

Herr S. aus G. (Name und Anschrift bekannt) schreibt: Das allgemeine Erstaunen über den Rechtsterrorismus hat mich so bitter gemacht, dass ich Ihnen dazu einen Leserbrief schicke. Wenn möglich, bitte ich, ausnahmsweise meinen Namen nicht zu nennen, da ich vor einigen Jahren nach einem Leserbrief zum Thema „Juden als Täter” einen kurzen, unschönen anonymen Anruf erhielt: „Sind Sie Deutscher? Für mich sind Sie ein Judenschwein!” Auch vom Alter her bin ich kaum in der Lage, mich eines Angriffs mit Baseballschlägern zu erwehren.

Weiterlesen

Hinterm Horizont geht’s weiter

Zwei Zuschriften zur Berichterstattung über die Protestbewegung „Occupy Wall Street”:

Erich Groß aus Trier meint: Bei der täglichen Lektüre des Volksfreunds gibt mir sehr zu denken, dass über die Unruhen in Amerika kein Wort berichtet wird. Dort werden friedliche Demonstranten seit Wochen von den Polizeikräften mit Gasgranaten attackiert und gezielt beschossen. Friedliche Menschen, die nichts weiter tun als für ihr Recht auf ein freies, menschenwürdiges Dasein zu demonstrieren. Und die ganze Welt schaut weg. Es ist schade, dass der Volksfreund sich in diesem Zusammenhang eindeutig auf dem Niveau der Bild-Zeitung bewegt, denn selbst dort schweigt man die Weiterlesen

Trunkner Bauer, teuflische Welt

Ullrich Papschik aus Bitburg meint: Als ich die Berichte über die Halloween-Veranstaltungen las, war ich als evangelisch geprägter Bürger doch sehr verwundert, dass diesem geistlosen Gruselfest so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Neben Anzeigensonderseiten wurde mehrmals über die Hintergründe berichtet.

Die Bedeutung der katholischen Feste Allerheiligen und Allerseelen wurde auch beschrieben. Der TV als verweltlichte Zeitung, die zwar in einer Bischofstadt gedruckt wird, aber nur im Jahr der Bibel 2003 Weiterlesen

Tiefer, breiter, schöner

Hermann Schaer aus Trier schreibt: Wer hat sich nur den Schwachsinn mit der Doppelseite ausgedacht?! Ich bin überzeugt, dass die meisten Leser beim Format der Seite eins bleiben und so die ganze Ausgabe Seite für Seite umblättern. Der Leser wundert sich dann, dass auf Seite vier im Knick rechts unten noch Text erscheint. „Ach, der gehört ja schon zur Seite fünf” (Ausgabe vom 24. Oktober). In der Ausgabe vom 1. November wird es dann noch schlimmer! Wie kann denn ein Fahrgast im Bus oder in der Bahn, ein Leser am Arbeitsplatz oder am Frühstückstisch die Zeitung mit ausgestreckten Armen halten, um zu sehen oder gar zu lesen, was im Bereich des Mittelknicks steht! Man kann doch ein Thema auch abhandeln, indem man es auf zwei Seiten verteilt! Ich hoffe sehr, dass dieser Unsinn sich nicht wiederholt!

Lieber Herr Schaer,

vielen Dank für Ihre Mail. Diesen Schwachsinn, wie Sie es nennen, hat meinereiner höchstselbst mit einigen Kollegen ausgeheckt. Warum? Wieso? Weshalb?
Weiterlesen