Siehste!

Sie kauern in einer Höhle. Gefangene, angekettet. Ein Feuer flackert. An der Wand tanzen gespenstische Schatten. Sie glauben, es sei das Leben, das sie sehen. Doch es sind Schemen. Abbilder. Nicht die Wirklichkeit.

Mit dem Höhlen-Gleichnis beschreibt Platon vor zweieinhalb Jahrtausenden die Sehnsucht des Menschen nach Erkenntnisgewinn. Und er fragt: Was ist die Welt? Was ist die Wahrheit?

Die Lehre des griechischen Philosophen ist höchst aktuell. Sein Gleichnis gilt als die Mutter aller Matrix-Visionen, und die Höhle des digitalen Zeitalters ist: Social Media.

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Der Cheflobbyist

Hans-Albert Krämer aus Trier meint: Ich habe ein sehr beunruhigendes Gefühl im Bauch, wenn ich von den Belastungen des Oberbürgermeisters Wolfram Leibe höre. Wer outet sich schon freiwillig als Lobbyist? Für mein Verständnis ist der Begriff negativ besetzt. Und dann: 50 Aufsichtsratsmandate. Wie kann er dem gerecht werden? Wie will er alle diese Aufgaben erfüllen?

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Ommmmmmhhh

So, jetzt bitte alle mal die Luft anhalten. Ausatmen. Einatmen. Laaangsam, gaaanz laaangsam. Ommmmmmhhh.

Trump ist gewählt. Na und?! Geht deshalb die Welt unter, wie Medien orakeln? Wird alles noch schlimmer, als es sowieso schon ist, wie Kommentatoren munkeln? Drohen Chaos, Kulturkämpfe und Handelskriege, wie Politiker den Menschen einreden?

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Alles richtig

Da geht noch was: Die Kolumne über das bekannteste Wort der Welt (TV vom 22./23. Oktober) verlangt einen Nachschlag, meinen einige Leser. Bitte schön, das ist okay.

Erstmals taucht das Kürzel o.k. in der Zeitung Boston Morning Post auf, im Jahr 1839. Was es ursprünglich bedeutet, wo es herstammt, ist umstritten und nicht einwandfrei geklärt.

Der Volkskundler Allen Walker Read vermutet, dass es sich um einen Witz handelt, um eine absichtliche Falschschreibung (oll korrekt) der Weiterlesen

Nichts als Lugen

+++ Breaking News +++ Eil +++ Programmänderung +++ Wir bitten alle Leser, die sich auf neue Erkenntnisse über das bekannteste Wort der Welt freuen, um ein wenig Geduld. Hoffentlich okay, Herr Kind, Herr Freischmidt und andere?! +++

Jetzt aber, aus aktuellem Anlass, live in die Staaten, ins Trump-Land.

Wir sehen: eine Wahlparty für den Mann, der sich um das Amt des Präsidenten bewirbt und dessen Ansichten noch exzentrischer sind als seine Frisur. Wenn ich’s nicht werde, tönt er, sind die Medien schuld.

Wir hören: seine Anhänger, die lauthals in Richtung der Fernsehkameras krakeelen: Lugenpresse, Lugenpresse. Nanu, Lugenpresse? Ja, Lugenpresse!

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Okay?!

Zur Kolumne Abk. etc. pp. haben einige Leser witzige Anmerkungen geschickt. Etwa so: „Den o. a. Art. finde ich m. E. o. k.“ Danke!

Ich spiele das Spiel weiter. Es geht um das bekannteste Wort der Welt, ja vielleicht des Universums. Ein Wort, das nach unbestätigten Gerüchten in sämtlichen sechs Millionen Sprachen vorkommt, die der Protokolldroide C-3PO in Star Wars beherrscht: o.k. oder O.K. = okay, laut Duden aus dem Amerik. ugs. für: richtig, in Ordnung.

Ein Wort, das jeder kennt, und über das dicke Wälzer geschrieben worden sind. Ungeklärt ist die Frage seiner Herkunft.

Eine Theorie: Es ist ursprünglich deutsch und steht für „ohne Korrektur“ (ein Vermerk, mit dem Verlagslektoren fehlerfreie Texte gezeichnet haben). In der amerikanischen Aussprache ist aus den Buchstaben o. K. das Kurzwort okay geworden.

Was General Steuben, der Indianerstamm der Choctaw, afrikanische Sklaven und Rum aus Haiti mit all dem zu tun haben, verrate ich ein anderes Mal. Kurzer Kolumne langer Sinn: Fortsetzung folgt. Okay?!

Herzliche Grüße!

Peter Reinhart

Abk. etc. pp.

Zum Artikel „Trierer Richter: Weiter voller Schutz für syrische Flüchtlinge“ (TV vom 8./9. Oktober) meint Dr. Wolf Englert aus Bernkastel-Kues:

Um es vorwegzunehmen, ich kann Abkürzungen nicht leiden. Wenn solche aber verwendet werden, sollten sie wenigstens sinnvoll und richtig sein. Im Volksfreund (TV) wird ausführlich über ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier (VG Trier) berichtet. Darin wird mehrfach das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erwähnt. Laut TV abgekürzt: Bamf. Die Behörde selbst, die ja in den letzten Monaten viel von sich reden machte, kürzt sich mit BAMF ab. Beide Abkürzungen sind unlogisch und meines Erachtens (m. E.) falsch.

Das Bundesamt für Strahlensicherheit zum Beispiel (z. B.) verwendet die Abkürzung BfS, das Bundesamt für Justiz die Abkürzung BfJ. Logisch wäre es also, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit BfMF abzukürzen. Zugegeben, das geht nicht so leicht von der Zunge, also könnte man auch BaMF verwenden. Da müsste aber die Groß- und Kleinschreibung exakt sein. Bamf und BAMF sind schlicht Unsinn. Weiterlesen

Creepy? Isso!

Was geht ab, Alter? Nein, liebe Leser, ich mache mich nicht über Sie lustig. So begrüßen sich junge Leute. Zum Beispiel. Andere Varianten:  Bro, bist ja wieder voll cheedo, übelst Swaggernaut (hat alles irgendwie mit Kumpels zu tun, den coolen und den extrem coolen).

Ziemlich  creepy (= gruselig), dieser Sprech. Passt zu dem, was Herr M. aus der Eifel mir neulich schrieb: Er sei 77, und wenn sich seine Enkel unterhielten, verstehe er oft nur Bahnhof. Das sei nicht normal, oder?!

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Rosa Wolken

Dominik Dern aus Kerpen schreibt: Gute Nachrichten zu lesen, das tut mir gut, darüber freue ich mich. Davon hätte ich gerne mehr, und ich fände es schön, wenn das fester Bestandteil der Zeitung würde. So wie neulich, als an einem Tag nur gute Nachrichten auf der Welt-Seite veröffentlicht worden sind.

Sonst finde ich fast immer nur schlechte Nachrichten. Kindesmisshandlung, Mord an einer Schwangeren, psychisch kranke Täter, tote Touristen bei einer Explosion irgendwo und so weiter. Ich frage mich: Was soll das, wer will das lesen? Wenn ich solche Artikel suche, kaufe ich mir Bild oder Express. Fallen Ihnen keine anderen Neuigkeiten ein?

Lieber Herr Dern,

gut ist besser, logisch, so viel wie möglich, her damit! Bei allem Bemühen, das Positive herauszuarbeiten, bei allem Wissen, dass das ewige Krisen-und-Katastrophen-Gebraus, das unablässige Mord-und-Totschlag-Gedöns nervt: Verdrängen, verschweigen, vergessen geht nicht.

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